Mensch sein ist noch lange kein Grund!!!

„Da war nichts.“

Ich lernte Meggie 2023 in einer psychosomatischen Klinik kennen. Mit ihr werde ich lebenslang einen Satz verbinden: „Da war nichts.“ Wir unterhielten uns am ersten oder zweiten Tag nachdem sie auf die Station gekommen war über den Grund, warum sie da ist. Für mich stand durch das Zuhören vieler Geschichten fest: Psychische Erkrankungen haben immer etwas mit einem Einschlag in der Kindheit zu tun: Vernachlässigung, fehlende Zuneigung, Gewalt. Und immer führte die Spur zu den Eltern.

„Da war nichts“, sagte mir Meggie mit einem triumphierenden Schmunzeln. Die knapp 30-jährige freute sich über meine Ratlosigkeit. „Meine Eltern sind selbst von ihren Eltern geschlagen worden und das wollten sie den eigenen Kindern nicht antun.“

In den folgenden ca. zwei Wochen verlor Meggie ihr Lächeln von Tag zu Tag mehr. Ihr Gehirn grub ein altes Bild wieder aus, jeden Tag wurde es ein bisschen deutlicher. Was genau mit diesem Bild verbunden war, darüber konnte sie nicht sprechen.

Es brauchte viel Zeit, bis sie aussprechen konnte, was ihr mit 10 und 15 Jahre passiert war: Missbrauch durch Menschen außerhalb der Familie. Damit war klar, warum sie unter anderem die Diagnose Borderline hat. Aber es lief nicht nach dem Motto: „Okay, der Grund ist jetzt klar, also beginnen wir mit der Heilung und bald ist alles gut.“ Es setzte eine langsame Talfahrt ein, die bis heute immer neue Begleiterscheinungen hervorbrachte und -bringt.

Alter Film, neue Handlung

Anfang 2026 erzählte mir Meggie von einer neuen Stufe. Wenn sie sich abends ins Bett legte und daran dachte, dass sie am nächsten Tag zur Physiotherapie muss, startete ein Film vor ihren geschlossenen Augen. Im Park, durch den sie auf dem Weg zur Therapie geht, wird sie überfallen. Das, was ihr in der Kindheit zweimal passierte, wiederholt sich ein drittes Mal. Im Gegensatz zu damals landet sie in diesem Film im Krankenhaus, alle kümmern sich um sie, die Polizei befragt sie, startet die Suche nach dem Täter, findet ihn und er wird bestraft.

Mit 10 und 15 Jahren machte Meggie alles mit sich aus, sie vertraute sich niemandem an, es gab keine Konsequenzen für den Täter. Dass ihr Hirn heute die Vorstellung zulässt, dass man ihr hilft, ist für Meggie ein positives Zeichen. Aber der erste Teil des Films sorgte dafür, dass sie die Wohnung nicht verlassen wollte. Ihr Stresspegel war eh am absoluten Anschlag, das innere Alarmsystem lief auf Hochtouren. Ihre Psychologin erklärte, dass dieser Film ihr wohl sagen möchte, dass Meggie Ruhe braucht und kein „Ich stelle mich der Angst.“

An der Handlung des Films konnte sie nicht ändern. Sie konnte den Täter nicht bei dessen Auftauchen in der Luft zerreißen – und sie konnte den Film nicht austricksen. Wenn sie die Augen öffnete, eine Weile wartete und sie wieder schloss, setzte sich der Film an genau der Stelle fort, an der Meggie die Augen geöffnet hatte. Es funktionierte nur die Pause-Taste, kein schnelles Vorspulen.

Meggie, Du Abrissbirne

Angesichts ihres Stresspegels stand fest, dass nur ein weiterer Klinikaufenthalt etwas ausrichten konnte. Selbstverletzungen waren wieder häufiger Begleiter. Die Wut auf jene beiden Männer, die ihr das alles eingebrockt hatten, war – völlig nachvollziehbar – extrem groß.

Ich bin kein Mensch, der mit „Ohje, das ist aber blöd“ reagiert und dann verstummt, wenn es jemandem dreckig geht. Mir ist aber auch klar, dass ich als Laie kein Haus löschen kann, das lichterloh brennt. Bei Meggie brannte es an allen Enden. In solchen Situationen erzähle ich, was mir zum Feuer unterm Dach durch den Kopf geht mit der leisen Hoffnung, dass davon irgendetwas meinem Gegenüber etwas gibt.

In Meggies aktuellem Ausnahmezustand innerhalb des Dauer-Ausnahmezustandes stand für mich fest und so schrieb ich es ihr auch, dass sie nicht noch einmal Opfer werden würde. Diese enorme, geballte Wut, die sie nur sehr selten rauslassen kann mit anschließenden Schuldgefühlen, würde sie bei einer nicht gewünschten Annäherung maximalst ausrasten lassen. Selbst wenn sie mit dem Tod bedroht werden würde, wäre sie nicht zu halten. Sie wüsste, dass sie so oder so sterben würde, denn eine dritte Vergewaltigung würde den hauchdünnen Faden zerschneiden, der sie bisher noch immer wieder vom Suizid abgehalten hat.

Ich gab ihr auch zu bedenken, dass sie heute eine ganz andere Gewichtsklasse ist als mit 10 und 15 Jahren. Ja, klingt charmant, ich weiß. Noch charmanter klang sicher mein Vergleich mit einer Abrissbirne, zu welcher sie werden würde im Mix aus Übergewicht und rasender Wut. Immerhin war ich nicht der Erste mit diesem Hinweis: Meggies Blick auf diesen Punkt wurde schon von ihrer Psychologin gelenkt.

In Bezug auf Missbrauch von Kindern hatte ich gelesen, dass es über 50% der Tätern nicht um sexuelle Befriedigung geht, sondern um das Ausüben von Macht. Ob das 1:1 auf Vergewaltigungen Erwachsener übertragbar ist, weiß ich nicht, aber es würde Sinn machen, wenn ein großer Teil der Täter, ob männlich oder weiblich, ebenfalls Macht ausüben wollen. Warum will jemand Macht ausüben? Weil solche Menschen oft selbst Opfer von Machtmissbrauch in der Kindheit waren. Wenn ein solcher Mensch wie schon als Kind merkt, unterlegen zu sein, könnte er sich schnell der Situation entziehen. Käme einer Meggie nun zu nahe, würde der Abrissbirnen-Modus sofort aktiviert und das Unterlegenheitsgefühl beim Angreifer würde getriggert.

„Das ist noch lange kein Grund“

„Dass solche Täter oft selbst missbraucht worden sind, hat mir auch meine Psychologin gesagt. Aber das ist lange noch kein Grund, jemand anderem das Gleiche anzutun“, sagte Meggie in einer Nachricht mit Wut und Tränen in der Stimme.

Mit diesem „Eine miese Kindheit ist noch lange kein Grund“ hatte ich mich in den Tagen vor dem Chat mit Meggie in einem Artikel befasst. Für mich ist der Satz ein Schlüsselsatz, der uns im Weg steht beim Wunsch, neue Opfer zu verhindern. Vor ein paar Jahren schrieb ich den Artikel „Von Opfern und Tätern“, stellte dort Opfer und Täter gegenüber: die einen bedauernswert, den anderen will man den Kopf abreißen. Das Problem: Die dort beschriebenen Täter waren einst die beschriebenen Opfer. Aus Opfern werden Täter. Wer keine Täter will, muss dafür sorgen, dass es keine Opfer gibt.

Hast du etwa Mitleid mit den Tätern?!

Meggies Wut auf die Täter ist für mich völlig nachvollziehbar, genauso ihr „Dafür gibts keine Entschuldigung, Kindheit hin oder her.“ Ihr Leben wird noch heute von den Tätern bestimmt und sie werden Meggie wohl lebenslänglich begleiten.

Wenn ich sage: „Täter waren selbst Opfer“ ist damit nie der Wunsch nach „Hab doch Mitleid mit den Ärmsten“ verbunden. Mir geht es dabei um den Wunsch, den heute aufwachsenden Meggies einen Lebenslauf nach Meggies Muster zu ersparen. Und das heißt für mich: Wie verhindere ich neue Täter? Klare Antwort für mich: Indem ich Kindern ermögliche, verletzungsfrei und mit gesundem Selbstwert ihr Elternhaus verlassen zu können.

Doch dabei gibt es eben dieses Hindernis: „Das ist noch lange kein Grund!“ Menschen halten sich sehr fest an den Glauben, dass wir von Vernunft geleitet sind, auch wenn die Beweise dafür extrem dürftig sind. Wenn du einen Gerichtsprozess führen sollen würdest, um zu beweisen, dass Menschen von Vernunft geleitet werden, würde der Richter aus Mangel an Beweisen gegen dich urteilen müssen.

Doch der Glaube an die Vernunft hält sich sehr hartnäckig. Und wenn alles eine Frage der Vernunft ist, dann muss man doch auch merken, wenn man anderen Schmerzen verursacht, auf die Nerven geht, Unvernünftiges macht. Und selbst eine Erkrankung ist noch lange kein Grund …

„Hör doch mal zu!!!“

Der körperliche Abbau bei meiner Mum hat über die letzten Jahre deutlich zugenommen. Was früher reibungslos funktionierte, neigt nun mit knapp 80 zu Wackelkontakten, z.B. die Ohren. „Was?!“ ist eine häufige Reaktion, wenn ich etwas sage. Und das nervt. Ich verdrehe die Augen und sage in meinem Kopf: „Hör doch zuuuu!“ Teils scheint sie, während ich spreche, mit den Gedanken woanders zu sein, zumindest wirkt ihre Reaktion manchmal so auf mich, als würde sie sich gedanklich erst zuschalten, wenn ich meinen Satz beendet habe.

„Wie teuer ist das?“, fragt sie mich, wenn ich mit ihr einkaufe.

„Na steht doch auf dem Preisschild?!“

„Das kann ich nicht lesen.“

„Obwohl die Schrift so groß ist?!“

Alt sein ist noch lange kein Grund, schlecht zu hören oder zu sehen. Klingt irgendwie unschön, oder? Mums Ohren funktionieren laut Hörtest nicht mehr optimal, es liegt also eine altersbedingte Erkrankung vor. Wenn ich erwarte, dass sie mich genauso deutlich wie früher versteht, ohne dass ich lauter spreche, dann werde ich immer enttäuscht werden und genervt sein. Sie macht das nicht aus Böswilligkeit, sie kann sich auch nicht bemühen, besser zu hören. Es geht einfach nicht, weil eine Erkrankung vorliegt.

Auch ihre Augen fallen beim TÜV durch. Mit über 30 Spritzen in die Augäpfel konnte eine feuchte Makula-Degeneration in eine trockene zurückgestuft werden, aber die Spritzen hinterlassen halt auch Spuren, andere Diagnosen gibt es ebenso. Von ihr einen Adlerblick zu erwarten, wird immer mit Enttäuschung und Frust enden.

Wenn ihr die Gabel runterfällt, ist sie selbst genervt, weil das Fallenlassen über die letzten Jahre häufiger wurde. Wenn der halbe Inhalt der Kaffeetasse eine Spur von der Küche ins Wohnzimmer zieht durch eine wackelnde Hand (Tremor), ist sie auch nicht begeistert. Sie vergisst Dinge, die sie immer wusste oder die erst letzten Monat passiert sind, an Arzttermine erinnere ich sie sicherheitshalber.

Wann immer ich daran verzweifle, dass bei ihr etwas nicht mehr so funktioniert wie früher, muss ich mir eigentlich sofort an den Kopf greifen: Warum erwarte ich Dinge, die sie aus Krankheitsgründen einfach nicht leisten kann?!

Dr. Jekyll und Mr. Hyde

In meinem Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ erzähle ich von meiner Ex-Mitschülerin Kathi und deren Ex-Mann. Dieser verhielt sich immer seltsamer: Mal verletzte er Kathi und die gemeinsamen Kinder mit seinem Verhalten und Monate später waren die drei sein einziger Halt im Leben. Mal wollte er den Keller zur Wohnung umbauen und Gemüse einlagern, weil die Chinesen kommen, Monate später war kein Wort mehr davon die Rede. Mal kaufte er ein teures Quad ohne Rücksprache und fuhr vergnügt damit nachts durch den Wald, Monate später konnte er sich das Teil nicht angucken.

Es dauerte lange, bis wir verstanden, was mit ihm los ist. Diagnose: bipolare Störung. Erkrankte pendeln innerhalb eines Tages, von Wochen, Monaten oder Jahren zwischen Manie – „Himmelhoch jauchzend“ – und Depression – „zu Tode betrübt“. In den Manien war er der Größte, brauchte keinen Schlaf, kaufte als gäbe es kein Limit, war sexuell übergriffig, schenkte seinen Kindern Schreckschusspistolen, glaubte, dass bestimmte Lieder im Radio für ihn geschrieben wurden.

In den Depressionen war er ein Häufchen Elend, das den ganzen zuvor gebauten Scheiß bereute, handzahm, zu bedauern. Und wenn die nächste Manie in Fahrt kam, wollte man ihm den Hals umdrehen, in anschreien, dass die Chinesen heute noch nicht kommen, er seine Kinder verdammt noch mal vernünftig zu behandeln hat.

In dieser Zeit, in welcher ich aus der Ferne das Auf und Ab des Mannes an Kathis Seite verfolgte, begann ich zu verstehen: „Das ist noch lange kein Grund“ funktioniert nicht. So sehr ich ihr gewünscht hätte, dass ihre Versuche wirken, ihrem Mann die Augen öffnen zu wollen, so klar wurde mir mit jeder neuen Episode: keine Chance.

Die einfachste Lösung wäre gewesen: Kathis Mann geht zum Arzt. Dorthin ging er auch, aber nicht in den manischen Phasen. Ein mögliches Symptom der Manie: kein Krankheitsempfinden. Kathis Mann funktionierte in den Manien nach Medizin-Lehrbuch: Er war nicht krank. Krank waren nur die, die ihn für krank hielten. Von ihm zu erwarten, dass er zum Arzt geht, war völlig nachvollziehbar, aber angesichts seiner Erkrankung konnte er das nicht leisten. Es lag nicht an fehlendem Willen, jeglicher Faktencheck war sinnlos.

Find Dich damit ab

In dieser Zeit begann ich zu lernen, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung nicht einfach mal so von den Auswirkungen der Erkrankung wegkommen. Es bringt nichts, sich darüber aufzuregen. Mein Glück war aber auch, dass ich weit weg von Kathi lebte. Sie und ihre Kids waren rund um die Uhr mittendrin. Sie konnten nicht einfach sagen: „Mein Mann/Papa ist halt krank, wir hören für die nächsten Monate nicht zu und dann ist alles wieder in Ordnung für weitere Monate.“

Genauso wenig würde ich heute zu Meggie sagen können: „Die Täter an dir waren vielleicht auch Missbrauchsopfer, haben irgendeine Erkrankung entwickelt und sie konnten nichts gegen die Symptome machen. Das dürfte dir jetzt helfen, den Stresspegel zu senken. Genieße dein Leben!“

Meggie hat die Diagnose Borderline. Ein mögliches Symptom sind Selbstverletzungen. Darüber spricht sie nicht mit jedem, weil sie zu oft völliges Unverständnis geerntet hat. Sie selbst empfindet es als völlig nutzlos. Doch in dem Moment, wo sie sich verletzt, treten diese Gedanken absolut nach hinten und spielen vorübergehend keine Rolle, bremsen Meggie nicht.

Wenn sie danach ärztliche Hilfe braucht, ihre Hausärztin aber nicht da ist, wird es schwierig: Wie wird der Vertretungsarzt reagieren? Die Erleichterung ist groß, wenn die Ersatzpraxis empathisch mit ihr umgeht.

Aber was ist, wenn es heißt: „Warum machen Sie denn so einen Scheiß?!“ Auch wenn Meggie über die letzten 3 Jahre offener über den Missbrauch sprechen kann – am Anfang konnte sie selbst das Wort nicht aussprechen, kann sie gerade bei Menschen mit unsichtbarem Einfühlungsvermögen nicht einfach mal sagen: „Ich wurde vor 15 bzw. 20 Jahren missbraucht, hab dadurch Borderline.“

Und selbst wenn sie das sofort ganz offen sagen würde: Was wäre die nächste Reaktion? „Ist zwar nicht schön für Sie, aber das ist jetzt so lange her, da müssen sie doch mal drüber weg sein, jetzt belasten Sie das Gesundheitssystem! Das ist noch lange kein Grund!“

Und was würde danach passieren? So wie ich Meggie kenne, würden bei ihr schon Schuldgefühle aufkommen, wenn sie „… jetzt belasten Sie das Gesundheitssystem! Das ist noch lange kein Grund!“ hier lesen würde.

Oder würde sie zu sich selbst sagen können: „Da haben die recht, ab heute ist Schluss damit“? Wenn das so funktionieren würde, wäre Meggie wohl eine der glücklichsten Frauen der Welt. Wenn das so funktionieren würde, hätte ich ihr schon längst diese Sätze gesagt. Nur es funktioniert nicht so. Nicht bei Meggie. Nicht bei anderen Opfern. Nicht bei Tätern, die Opfer waren.

Falsche und richtige Krankheiten

Wenn sich unser Nachbar ein Bein gebrochen hat, schrauben wir unsere Erwartungshaltung an ihn herunter, dass er doch bitte den 100-m-Weltrekord brechen möge.

Wenn dein Nachbar gerade einen Bandscheibenvorfall hatte, wirst du ihn eher nicht fragen, ob er dein Klavier mal in den dritten Stock tragen würde.

Wenn du mit 40° Fieber im Bett liegst, wirst du die Erwartungshaltungen deiner Familie bezüglich Schneeschippens als dezent unangebracht empfinden.

Bei Erkrankungen, die mehr oder weniger sichtbar sind, sind wir schnell bereit, die Symptome zu akzeptieren. Bei psychischen Erkrankungen scheint es dagegen immer wieder um „Du willst nur nicht …“ zu gehen, um „Du versteckst dich doch hinter deiner Krankheit“. In „Verrückt – ein Aufschrei“ habe ich den zweiten Teil „Du musst nur!“ genannt und erzähle dort vom Umgang mit den Auswirkungen psychischer Erkrankungen. Dabei zeigt sich: Auch wenn jemand durch eine Zwangsstörung fünf Stunden unter der Dusche steht, kann er sich nicht automatisch in andere psychisch Erkrankte hineinversetzen.

Im Buch zitiere ich auch eine Frau: „Mit der Depression war ich allein. Keiner verstand mich, keiner kümmerte sich, keiner fragte, ob ich Hilfe brauche oder wie es mir überhaupt geht. Letztes Frühjahr bekam ich Krebs – und jetzt wird mir von allen Seiten der Arsch gepudert. Also wenn du krank wirst, darfst du Krebs haben, aber bitte keine Depri. Krebs kann man sehen, Depri nicht, also kannst du nicht wirklich so krank sein wie einer mit Krebs.“ (Hier gibt es einen gesonderten Beitrag.)

Mir ist aber klar, dass auch Krebserkrankte gegen so einige Windmühlen zu kämpfen haben und Sätze hören, die gut gemeint sein mögen, aber eher belasten als beflügeln.

Das ist noch lange kein Grund

Meggie wird immer wütend auf die Täter sein dürfen, wenn wir uns unterhalten. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es keine Täter mehr gibt. Ja, klingt utopisch, ich weiß. Aber nur weil etwas utopisch klingt, ist das noch lange kein Grund, schon vor Beginn der Reise die Segel zu streichen. Der Zustand der Menschheit erscheint mir dringendst reparaturbedürftig. Mit „einfach weiter wie bisher“ ist keinem geholfen, genauso wenig mit Appellen an die Vernunft. Menschen haben nichts mit Vernunft zu tun, ansonsten hätten wir uns das Paradies auf Erden erschaffen und nicht dieses verrückte Geraffel. Mensch sein ist noch lange kein Grund, immer wieder den gleichen Scheiß zu machen.


Den Blick hinter die Gardinen mit 80 weiteren Biografiesplittern gibt es in meinem Buch:

In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

Das Buch gibt es bei bod.de, bei Amazon, genauso bei allen anderen Onlinehändlern. Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen. Die ISBN: 9783 7557 0721 9. (Da sich bisher kein Verlag interessiert hat, werden keine Exemplare zum Mitnehmen rumliegen, deshalb bitte vorerst direkt im Laden bestellen.)

Noch viel mehr Lesestoff zum Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ findest Du hier:

#MeineStimmeGegenIgnoranz

#MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Wer diese Welt verstehen will, kommt an den Geschichten hinter diesen Zahlen nicht vorbei.

Die Familie – Erfahre mehr über uns.

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