Schlagwort: Journalismus

  • „Was macht Dich denn bitte zum Experten?!“

    „Was macht Dich denn bitte zum Experten?!“

    Du bist Journalist, Blogger, Influencer oder hast auf anderen Wegen Reichweite, dank der Du mein Buch ins Blickfeld möglichst vieler Menschen rücken kannst? Oder überlegst Du, mich per Crowdfunding zu unterstützen? Aber Du bist Dir unsicher, was mich zu einer glaubhaften, seriösen Quelle macht? Fragst Du Dich, was mich zum Experten macht?

    Nichts. Ich habe keine Sekunde Psychologie oder ähnliches studiert, kein einziges Buch über psychische Erkrankungen oder Kindesentwicklung gelesen. Alles, was ich schreibe, sind Beobachtungen und Ergebnis von Zuhören. Aber hör bitte an der Stelle nicht gleich auf mit dem Lesen, ich fahre ein paar schwere Geschütze auf 🙂

    In der Schulzeit konnte ich nicht verstehen, wieso viele Mitschüler an Textaufgaben scheiterten. Man braucht doch einfach nur aus den entscheidenden Zahlen und Fakten eine Formel aufstellen und sie lösen?! Dafür war ich im Sport ein echter Grobmotoriker und wusste nicht, was ich beim Springen, Werfen und Rennen falsch mache.

    Mit dem IQ durch den Bürokratiedschungel

    Mit ca. 20 kaufte ich mir für 5 DM ein Buch bei Karstadt mit Intelligenztests, verfasst von einem Professor für Psychologie. Bei Test 1 landete ich bei einem IQ von 133, bei Test 2 war das Ergebnis 147. Wo genau mein IQ lag und was davon heute, 30 Jahre später, noch übrig ist, weiß ich nicht. Genutzt hat er mir nicht wirklich viel. Vielleicht konnte ich mich schneller durch all die Formalitäten schlagen, mit denen ich nach dem Schlaganfall meines Vaters 2019 zu kämpfen hatte. Für eine große Karriere hatte es auf jeden Fall nicht im Ansatz gereicht. IQ-Tests sind darauf ausgelegt, Muster schnell zu erkennen. Was in der Mathematik funktioniert, kann bei Menschen genauso klappen.

    Bin nicht sexy, aber emotional intelligent

    In einem Partnersuch-Portal sollte ich die Frage beantworten, was ich unter „emotionaler Intelligenz“ verstehe. Meine erste Reaktion war: „Wow, da hat sich ja mal wieder jemand ein supertolles Wort einfallen lassen, was ganz schlau klingt.“ Für mich gehörte das in die Kategorie „Superfood“ für einen einfachen Apfel. Auch wenn ich „Mindset“ lese oder höre, muss ich meinen Augenbrauen zurufen, dass sie bitte unten bleiben sollen. Man kann sich mit der Verwendung solcher Wörter fix einen klugen Anstrich geben, aber oft erscheinen mir die auf solche Wörter folgenden Sätze als heiße Luft, die keinem Praxistest bestehen.

    Heute sehe ich „emotionale Intelligenz“ gelassener. Ja, vielleicht würde das einfache Wort Empathie schon völlig ausreichen. In meinem 5-DM-Intelligenztest-Buch gibt es neben den allgemeinen Tests auch je einen für Sprache, für Zahlenlogik und für räumlich-visuelle Vorstellung. Das heißt, es gibt auch sprachliche Intelligenz, zahlenlogische und räumlich-visuelle.

    Der Mensch, die lebendige Textaufgabe

    Und damit kann es ja auch emotionale Intelligenz geben: Wie gut und schnell (die Intelligenztests waren alle auf 20 Minuten beschränkt) kann ich das Gefühlsleben eines anderen Menschen verstehen? Gibt es ein Muster zu früheren Begegnungen? Das, was dir ein Mensch erzählt, kannst du auch als Textaufgabe sehen. Wenn du anfängst mit Mathe, stehen dir nur ein paar Zahlen zur Verfügung, dazu ein + und dann ein -. Damit kommst du nicht weit, du musst weiter Erfahrungen sammeln.

    Erzählt dir ein Mensch zum ersten Mal von Selbstverletzungen und du hattest vorher keine Erfahrungen damit, auch keine ganz eigenen, dann bleibt dir eigentlich nur, ihm zuzuhören, Erfahrung zu sammeln, Fragen zu stellen: Was macht das mit dir?

    Mir ging es so mit Sophie. Sie war knapp 18, als sie mich das erste Mal anschrieb. Uns trennten 35 Jahre. Anfangs dachte ich, jemand will mich in eine Falle locken. Für Sophie wurde ich zu einem Menschen, dem sie als so ziemlich einzigen vertrauen konnte. Ihre Eltern und ihr Bruder hatten dafür gesorgt, dass Sophie schon mit 12 sprungbereit war, um das Leben hinter sich zu lassen. Depressionen waren die Folge, wohl auch Borderline und die Selbstverletzungen. Mit 23 bekam sie einen Schlaganfall. Ob sie noch lebt, weiß ich nicht.

    Wenige Jahre später begegnete ich Meggie. Es dauerte nicht lange, bis sie mir von ihren Selbstverletzungen erzählte, obwohl sie diese ansonsten nur selten zum Thema macht aus Angst vor den Reaktionen. Ich erzählte Meggie von Sophie und auch von einer anderen Frau, die über ihre Selbstverletzungen gesagt hatten: „Sie zeigen mir, dass ich lebe“. Ich fragte Meggie, ob das bei ihr auch so ist. Sie bejahte. Ich konnte also durch meine Erfahrungen die Textaufgabe von Meggie besser lösen, dadurch konnte sie sich wieder besser von mir verstanden fühlen, weiteres Vertrauen gewinnen, was sehr erleichternd sein kann.

    Das Gegenteil von intelligent

    Emotional unintelligent wäre es gewesen, den Frauen zu sagen: „Was für ein Blödsinn, lass doch den Scheiß einfach sein!“ Dann hätte ich auch Menschen, die sich in ihren depressiven Phasen zurückziehen, sagen können: „Geh doch einfach unter Leute, dann bist du nicht mehr traurig!“ Oder ich hätte Menschen in manischen Phasen sagen können: „Du Idiot, dieses Lied im Radio ist doch nicht für dich geschrieben worden! Und die Chinesen kommen nicht morgen!“

    Meine Erfahrungen sagen aber: Das funktioniert so nicht. Ein Mensch mit Realitätsverlust kann nicht durch Faktenchecks in die Realität zurückgeholt werden. Die Hormonstörung in der Depression kann nicht mit „Geh doch mal unter Leute“ glattgebügelt werden. Und für jede Selbstverletzung gibt es eine Ursache, genauso wie für jede Sucht und auch gegen die kommt kein „Zigaretten gefährden aber deine Gesundheit!“ an.

    Ich Frauenversteher

    Eine Frau, Mitte 40, schrieb mir: „Danke, vor allem fürs Verstehen … Als mein Freund mich vorhin fragte, was los sei, hab ich es ihm nicht sagen können… Weil er mich nicht versteht. Nicht verstehen kann… Ich erreiche ihn mit meinen Worten und Gedanken gar nicht. Und du bringst es nach einmal Lesen auf den Punkt… So offen reden kann ich grad nur mit dir.“

    Wir waren zweimal zu Wanderungen unterwegs, ansonsten chatteten wir, ohne dass da irgendwelche Herzchen hin- und herflogen. Zum Zeitpunkt des Zitats kannten wir uns vielleicht zwei Jahre, mit ihrem Freund war sie deutlich länger zusammen. Warum fühlte sie sich von mir wesentlich besser verstanden als von ihm, obwohl er ihre Emotionen tagtäglich live studieren konnte inklusive Körpersprache? An dem Punkt macht „emotionale Intelligenz“ für mich Sinn – aber vielleicht ist es eben doch „einfach nur“ Empathie.

    Immer wieder fühlten sich Menschen von mir recht schnell verstanden, ob 18-jährig oder Ü70. Immer wieder vertrauten sie mir Dinge an, über die sie sonst schwer bis gar nicht mit anderen Menschen reden konnten. Offenbar mache ich beim Zuhören etwas richtig. Das, was ich an Fragen stelle und aus Erfahrung erkläre, scheint oft ins Schwarze zu treffen, was mein Gegenüber immer wieder so überrascht wie mich selbst.

    Theorie + Praxis = Logisch

    Ich stelle keine neuen Theorien auf, habe keine Studien durchgeführt, forsche nicht. Ich gebe einfach nur das wieder, was Menschen erzählen, was Psychologen, Neurologen, andere Ärzte und Forscher sagen. Wenn die Theorie mit der Praxis zusammenpasst, dann gebe ich es so wieder.

    Wenn der kanadische Arzt Gabor Maté die Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Forschung zusammenfasst und dabei sagt, dass wohl jede Suchterkrankung durch Verletzungen und Traumata in der Kindheit entsteht und ich immer Suchterkrankte mit mehr oder weniger heftiger Kindheit begegne, dann ist die Lösung der Textaufgabe: Wenn du Sucht bekämpfen willst, musst du Kinder vor Verletzungen schützen. Die emotionale Intelligenz sagt mir: Wenn ich jemandem vorwerfen würde, an der Flasche oder der Nadel oder an exzessivem Sport oder Arbeit zu hängen, dann würde ich ihm vorwerfen, dass seine Eltern ihn nicht die Zuneigung geschenkt hatten, die ein Kind braucht.

    Wenn Psychologen bei jedem hilfesuchenden Erwachsenen in der Kindheit graben, um die Ursache des psychischen Ausnahmezustandes ausfindig zu machen, dann sagt mir die Logik: Jede psychische Erkrankung ist das Ergebnis von Verletzungen in der Kindheit. Wer die Erkrankungen bekämpfen will, muss Kindern das verletzungsfreie Aufwachsen ermöglichen.

    Wenn Psychologen sagen, dass 100% der psychisch Erkrankten Wut in sich tragen und ich etwas gegen Wut in der Gesellschaft unternehmen will, muss ich psychische Erkrankungen eindämmen, womit wir wieder beim verletzungsfreien Aufwachsen sind.

    Viele Probleme, eine Ursache?

    Wenn ich das Abwerten von Ausländern, von Gläubigen, von Blondinen, von Wissenschaftlern, Aluhutträgern, SUV-Fahrern, Fahrrad-Fahrern, Eliten, Bürgergeldempfängern, alten, weißen Männern, der Gen Z usw. immer bei Menschen sehe, die in ihrer Kindheit einiges mitmachen mussten und die als Erwachsene nicht wirklich mit sich klarkommen, dann kann ich versuchsweise Begriffe wie Ausländerfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus usw. weglassen und das Abwerten als einfachen Versuch ansehen, den nie gesund gewachsenen Selbstwert aufzuwerten. Warum ist der Selbstwert nie gesund gewachsen? In 99,9% der Fälle landet man wieder bei den Eltern. Warum konnten die Eltern den Selbstwert ihres Kindes nicht gesund entwickeln lassen? Erfahrung sagt: Weil sie selbst ohne diesen aufgewachsen waren. Lösung der Textaufgabe: Wer Hass bekämpfen will, muss Kindern ermöglichen, von ihren Eltern einen gesunden Selbstwert auf die Reise mitzubekommen.

    Warum sollten mir Journalisten & Co. zuhören?

    Um mein Buch in aller Munde zu bringen, soll über den Inhalt berichtet werden. Aber was gelten meine Worte, wenn unter den Artikel nicht geschrieben werden kann: „Sonnestrant hat Psychologie studiert, arbeitete lange als Psychotherapeut, später mit eigener Praxis, engagiert sich in der Suchtforschung und betreibt den Podcast „Lass Sonne in Dein Herz“?

    Meine Gegenfrage wäre: Was qualifiziert eine Frau als Expertin für Putins Krieg, die vier Tage vor dem offiziellen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine mit ihrer üblichen Art der Unfehlbarkeit erklärt hatte, dass Russland nie in die Ukraine einmarschieren werde? Warum darf diese Frau trotz ihrer völligen Fehleinschätzung regelmäßig bei Markus Lanz und in anderen Formaten Putin als rationalen Menschen einstufen, mit dem man ja nur auf Augenhöhe verhandeln bräuchte? Was macht sie zu einer Expertin, deren Worte mehr Gewicht haben als die vom Malermeister um die Ecke?

    Kam in ihrer Einschätzung Putins jemals das Wort „Narzisst“ vor? Hat sie jemals laut darüber nachgedacht, dass Narzissten nichts mit rationalem Denken zu tun haben, sondern es ihnen immer um Macht, Einfluss, Besitz, Aufmerksamkeit geht? Schickt ein rational denkender Mensch aus angeblicher Angst vor der NATO-Erweiterung vorsorglich hunderttausende seiner Landsleute in Tod und Verstümmelung? Kann man deshalb dessen Argument, er wolle ja nur die weitere Erweiterung verhindern, immer wieder als Kriegsgrund wiederholen? Oder sind einem solchen Menschen aus dem für Narzissten typischen Fehlen von Empathie Menschenleben egal, Hauptsache er schreibt für immer seinen Namen in die Geschichtsbücher neben andere große Eroberer? Eroberer, die am Ende alles wieder verloren hatten, was die von ihnen in den Tod geschickten Menschen eingenommen hatten?

    Und wieder grüßt das Murmeltier

    Es ist erschreckend, wie sich die Geschichte wiederholt: Hitler wollte sein Heimatland Österreich befreien und der notleidenden Bevölkerung zu Hilfe kommen – damit begründete er den Einmarsch ins Alpenland im März 1938. Mit einer Volksabstimmung ließ er rückwirkend die Annexion rechtfertigen. Hitler wollte auch die Verfolgung deutscher Landsleute in der Tschechoslowakei und Polen stoppen – das gab er als offizielle Gründe an für den Einmarsch in diese Nachbarländer.

    Putins anderer offizieller Kriegsgrund neben der angeblichen Angst vor der NATO-Erweiterung: den angeblichen Genozid an den in der Ukraine lebenden Russen stoppen. Mit Abstimmungen ließ er die Annexionen als „richtig gemacht“ besiegeln.

    Hitler ging es aber nicht um das Wohlergehen von Menschen. Wenn mir Menschenleben am Herzen liegen, dann schicke ich keine Soldaten in den möglichen Tod, sofern ich nicht selbst angegriffen werde. Hitler wollte erobern, die Pläne dafür lagen bereit und er wollte endlich loslegen. Warum sieht die Frau, die überall auftreten darf, Putin nicht in Hitlers Tradition: dem Eroberer? Warum glaubt sie an seine Verhandlungsbereitschaft? Was in seinem Wesen gibt ihr Anlass zu diesem Glauben?

    Vor allem der britische Regierungschef Chamberlain hatte mehrmals mit Hitler direkt gesprochen, in der Hoffnung, ein Krieg könne vermieden werden. Er wollte ihm entgegenkommen, Rüstungsabkommen schließen, deutsche Interessen in Mittel- und Südosteuropa anerkennen. Er unterzeichnete im September 1938 das Münchener Abkommen, was Deutschland berechtigte, das Sudentenland zu annektieren. Er tat dies im Glauben, einen weiteren Weltkrieg verhindern zu können. Und er schien sich sehr sicher, den Frieden in Europa gesichert zu haben.

    Ein halbes Jahr später, im März 1939, marschierten deutsche Truppen in Prag ein. Prag hatte nichts mit dem Sudentenland zu tun. Chamberlain wurde nun klar, dass er Hitler auf den Leim gegangen war und er startete die Aufrüstung Großbritanniens. Mit Polen und anderen Staaten schloss er Verträge, die diesen Staaten Sicherheiten geben sollten, so wie die Ukraine 1994 im Budapester Memorandum Sicherheitsgarantien von Russland, den USA und wieder von Großbritannien bekam. Im Gegenzug gab die Ukraine die auf ihrem Gebiet stationierten Atomwaffen ab. Hätten die Ukrainer auch die Abschusscodes in den Händen gehabt, wären sie die drittstärkste Atommacht dieser Zeit gewesen.

    Hitler überfiel die Staaten trotz der Sicherheitsgarantien der Briten, Putin kackte auf das Abkommen von Budapest. Am Ende half gegen den Eroberer Hitler keine Beschwichtigung, sondern nur geballte militärische Stärke: Panzer, Schiffe, Flugzeuge, Bomben, Granaten, Gewehrkugeln, Millionen Soldaten. Briten und Amerikaner warfen in ihrer Wirtschaft alles in die Waagschale, was an Rüstung möglich war. 1943 bauten die USA u.a. 2654 Kriegsschiffe und 54100 Kampfflugzeuge. Hätten sie viel eher erkannt, was Hitler vorhat, wären die Opferzahlen wohl geringer ausgefallen und der hinterlassene Schutthaufen wäre kleiner gewesen.

    Und selbst als die Lage für Hitler längst aussichtslos war, alle gewonnenen Gebiete wieder verloren waren, das einstige Kernland zum Großteil von Briten, Franzosen, Russen und Amerikanern besetzt war, sagte der Eroberer nicht: „War ´ne dumme Idee, tut mir leid um die vielen Opfer.“ Nein, der Eroberer schickte Jugendliche und Alte an die Front. Erst mit seinem Suizid war der Weg frei für Frieden. Ergebnis: Millionen Tote für rein gar nichts. Die in diesen Jahren erlittenen Traumata haben sich vererbt auf die nächsten Generationen und wirken auch heute noch in unterschiedlichsten Varianten nach.

    Nazi oder Narzi?

    Die Lehre aus dieser Geschichte sollte sein: Ein Narzisst ist nicht mit Verhandlungen, Zugeständnissen, Respekt o.ä. zu stoppen, wenn er erobern will. Narzissten erkennen zielsicher die Schwächen ihres Gegenübers und können diese perfekt für ihre Zwecke nutzen. Hat das Gegenüber Angst vor einem militärischen Konflikt? Perfekt! Dann kann ich mir ein Land nach dem anderen holen und mich darauf verlassen, dass die andere Seite mir immer wieder nur sagen wird: „Damit ist es jetzt aber genug, sonst … Lass uns jetzt verhandeln.“

    Diktatoren sind praktisch immer Narzissten, so las ich es von einem Psychologen. Putin wurde von einem ehemaligen CIA-Psychologen als Narzisst eingestuft. Warum soll Putin anders ticken als Hitler? Weil wir nicht mehr 1939 haben, sondern 2025?

    Die Auswirkungen von Narzissmus werden immer die gleichen bleiben – genauso wie die Ursache: Verletzungen in der Kindheit, durch die sich kein gesunder Selbstwert aufbauen kann. Das ist bei Putin so, bei Trump ebenso, der von Dutzenden Psychologen als Narzisst eingestuft wurde. Hitlers Vater war ein Despot. Genauso sehe ich meinen eigenen Vater, der seinen Erzeuger nie kennengelernt hatte – auch hier spielte Hitler eine Rolle. Zuneigung war von meinem Vater nicht zu erwarten, genauso wenig wie Anerkennung. Entsprechend gering war mein Selbstwert jahrzehntelang. Ich hätte mich im Leben nicht mit einem Buch an die Öffentlichkeit gewagt, in der ich Dinge erkläre, die ich nicht studiert habe. Außer dem IQ hatte ich doch keine Stärken, so meine Wahrnehmung.

    Mein Glück war wohl, dass meine Mum gegensätzlich zu meinem Vater tickte, was Empathie und Mitgefühl angeht. Das half mir zwar nicht zu einem besseren Selbstbewusstsein, aber ich hatte nie das Bestreben, mich über andere stellen zu müssen, um mich aufzuwerten. Ich brauche keine anderen Länder erobern, um meinen Selbstwert zu steigern. Ich könnte nicht zehntausende Leben opfern, nur damit mein Name irgendwann auf einem Straßenschild in einer eroberten Hauptstadt steht.

    Wenn wir sagen :„Nie wieder Krieg!“, dann heißt das für mich: „Nie wieder Narzissten“ und das heißt: Nie wieder Kinder ohne gesunden Selbstwert aus den Kinderzimmern gehen lassen. DAS wäre für mich die richtige Lehre aus der Geschichte jedes Krieges und jedes Möchtegern-Diktators.

    Warum dieser Geschichtsausflug?

    Er soll Dir helfen, ein Gespür zu entwickeln. Vergleiche die Frau, die in jeder Polit-Talkshow gern gesehen ist und mich. Wir sind beide keine Experten für Kriege oder Menschen. Wessen Einschätzung ist für Dich nachvollziehbarer? Von wem würdest Du Dir in Zukunft eher den Wahnsinn in dieser Welt erklären lassen (ohne dass Du diese Erklärung dann für die einzig richtige halten brauchst)? Wenn diese Frau so viel Sendezeit bekommt, ohne Expertin zu sein, wäre es dann so verkehrt, wenn auch ich zu Wort kommen würde? Was ist mit all den anderen Politikern, die ebenfalls über die Dinge sprechen dürfen, bei denen ihnen eine fachliche Eignung fehlt?

    Was ist mit Dir los?

    Der Vorteil an dem, was ich schreibe: Du kannst Deinen ganz eigenen Faktencheck machen. Blättere Deine eigene Geschichte durch bis zum Anfang: Waren Deine Eltern für Dich da? Hast Du Zuneigung von beiden Elternteilen bekommen? Anerkennung, Liebe, Aufmerksamkeit?

    Wenn nicht: Auf welche Weise versuchst Du seit dem Verlassen Deines Kinderzimmers Anerkennung, Liebe, Zuneigung, Aufmerksamkeit zu bekommen? Machen diese Versuche Dich glücklich oder stressen sie Dich? Versuchst Du weiterhin, ein nettes Wort Deiner Mutter oder Deines Vaters für Dein Dasein zu hören? Wie viel Aufwand betreibst Du dafür und tut Dir das gut?

    Wie sieht Dein Selbstwert aus? Von was ist er abhängig? Von Deinem Aussehen? Von Deinem Fleiß auf Arbeit? Deinem Besitz? Von der Aufmerksamkeit Deines Partners oder von der, die Du in sozialen Netzwerken bekommst? Hängt Dein Selbstwert davon ab, dass Du andere abwertest? Was würdest Du in Deinen eigenen Augen morgen wert sein, wenn Du aus irgendwelchen Gründen nur noch zu Hause sitzen könntest, ohne Aufmerksamkeit, Arbeit, Besitz, Aussehen, Einfluss, Macht? Wärst Du dennoch mit Dir zufrieden oder würden die alten Wunden beginnen zu bluten? Wie ehrlich kannst Du in all diesen Fragen zu Dir selbst sein? Was lässt Dich der blinde Fleck nicht sehen, den jeder Mensch hat?

    Wenn Du jetzt sehr nachdenklich auf den Bildschirm schaust, durch ihn hindurch, Du sehr still wirst, dann habe ich etwas in Dir bewegt, ohne Experte zu sein. Und darum geht es mir mit dem Buch: Etwas in Gang bringen. Ich stelle mich nicht hin und sage: „Alles ist richtig, was ich behaupte!“ Aber ich fühle mich mit dem Gesagten sehr dicht an der Realität, auch durch das positive Feedback jener Menschen, mit denen ich mich ganz privat unterhalten habe und nicht aus Recherche-Zwecken.

    Konnte ich Dich überzeugen? Dann nutze Deine Macht, Deinen Einfluss, Deine Aufmerksamkeit, Deinen Besitz gern dazu, mein Buch auf Bestseller-Listen zu bringen und es zum Thema auf allen Kanälen zu machen. Die Weltuntergangsuhr wurde Anfang 2025 von 90 auf 89 Sekunden vor 12 Uhr gestellt. Die eine Sekunde ist nicht zuletzt dem nächsten Narzissten in einer Machtposition zu verdanken, der mit Eroberungen droht. Eigentlich wäre es höchste Zeit, über die Folgen kaputter Kindheiten zu sprechen und etwas dagegenzusetzen. Eigentlich wäre es höchste Zeit, endlich aus der Geschichte zu lernen. Also packen wir es gemeinsam an!

    Noch viel mehr Lesestoff zum Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ findest Du hier:

    Mach, was Meggie macht.

    Mach, was Meggie macht.

    „Da war nichts.“ Meggie hatte eine schöne Kindheit, dennoch geht es ihr schlecht. Warum?! Dann erwacht der Elefant.

    Sei fleißig, dann stirbst du.

    Sei fleißig, dann stirbst du.

    „Ich habe mich gefreut, wenn Papa fünf Minuten Zeit für mich hatte.“ Jens hat den Arbeitseifer seines Vaters geerbt und wird in sechs Jahren sterben.

    Herr Doktor tötet seine Kinder

    Herr Doktor tötet seine Kinder

    Suizid kann Freiheit bedeuten. 2020 hat Ulli die erste freie Entscheidung seines Lebens getroffen. Dieser Neubeginn bedeutete seine Freiheit. Und sein Ende.

    Das Märchen von der selbstverständlichen Mutterliebe

    Das Märchen von der selbstverständlichen Mutterliebe

    Saskia gibt mit Ü40 die Hoffnung nicht auf, von ihrer Mum ein nettes Wort für ihr Dasein zu hören. Bettina bekam mit 20 ein Kind, um ihrem Elternhaus zu entkommen – und lebt seitdem in den gleichen Verhältnissen.

    Woher kommt Hass?

    Woher kommt Hass?

    Natascha Kampusch als Hassobjekt?! Das macht keinen Sinn – doch beim Zuhören erklärt sich auch beim Thema Hass, wie sich unsere „Special Effects“ entwickeln.

    Wie entsteht Sucht?

    Wie entsteht Sucht?

    Annie ist 16, 1,70 m, 40 kg. Ihr Vater versteht nicht, warum sie nicht einfach mehr isst. Er selbst steckt jeden Monat 500 Euro in sein Onlinespiel. Annies Mutter vermeidet Diskussionen mit ihm über ihr Rauchen. Verstehen des jeweils anderen? Fehlanzeige.

    Verrückt – Das Interview

    Verrückt – Das Interview

    Frage: Was muss passieren, damit diese Welt weniger verrückt ist? Antwort: Wir müssen zuhören lernen. Oder wir verbieten das Kinderkriegen.

    #verrückt: Von Opfern und Tätern

    #verrückt: Von Opfern und Tätern

    Jochen wäre fast ertrunken, der Vater zerrte ihn wieder ins Wasser. Opfer und Täter, weiß und schwarz. Doch ist es wirklich so einfach?

    Du brauchst ein offenes Ohr?

    Jeder Mensch hat zwei Ohren. Nur was wir damit anfangen, ist recht unterschiedlich. Umso erleichternder ist es in Krisenzeiten, wenn du jemanden findest, der zuhören kann. In den letzten Jahren lernte ich, dass dies wohl meine Superkraft ist. Diese biete ich Dir hier an.

    #MeineStimmeGegenIgnoranz

    #MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
    MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

    1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

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  • #verrückt: Corona und die Verschwörungsmythen

    #verrückt: Corona und die Verschwörungsmythen

    Ein Anlass – 101 Wahrheiten

    Mir ist bewusst, dass vieles auf dieser Welt passiert, was aufgedeckt und abgestellt gehört. Investigative Journalisten leisten dazu ihren Beitrag und bräuchten tausende Hände und Ohren mehr.

    Anhänger von Verschwörungsmythen werfen den „Ungläubigen“ immer wieder vor, sie würden einfach nur dem „Mainstream“ glauben und seien unfähig, selbst nachzudenken. „Bilde dir doch mal eine eigene Meinung! Lies doch nicht immer nur das, was die Mainstreammedien schreiben!“

    Während der Corona-Pandemie schickte mir Hanna, eine gute Freundin, den Link zu einer Facebook-Gruppe. Laut Beschreibung sollte es dort nicht um wirre Theorien gehen, sondern um Fakten. Ich konnte für 30 Tage selbst in die Gruppe schauen und verfolgte gespannt, was sich tut. Am Ende sammelte sich bei mir eine Liste von „alternativen Wahrheiten“:

    • Corona läutet eine neue Weltordnung ein mit einem europaweiten Überwachungsstaat.
    • Corona lenkt ab: Mit den Chemtrails der letzten Jahre (von Flugzeugen angeblich versprühte Partikel) wurden unsere Körper benetzt, um sie nun mit dem 5G-Netz ständig überwachen zu können.
    • Mit der Impfung gegen das angebliche Corona soll jedem ein Chip eingesetzt werden.
    • Corona soll ablenken, weil man den Alten keine Renten mehr zahlen kann und die Jugend bevorzugen will.
    • Corona ist die Strafe Gottes.
    • Corona ist die größte Lüge seit dem 11.9.2001 (zu welchem es ebenfalls ein Dutzend alternativer Wahrheiten gibt, die sich beißen).
    • Während sich die Welt mit Corona ablenken lässt, sind in einem 4 km langen Tunnel bei der Clinton-Stiftung in New York 100.000 missbrauchte und hungernde Kinder und Leichen gefunden worden.
    • Die Säuberung der Welt hat begonnen, die Gerechtigkeit wird siegen dank Q Anon, einer Person oder einer kleinen Gruppe aus dem Umfeld von Donald Trump.
    • Der Deep State steckt dahinter, eine geheime Regierung hinter der US-Regierung, die Trump stürzen will. (Trump und Teile seiner Republikanischen Partei glauben selbst an diese geheime Gruppe. (Quelle) Für einen Narzissten ist dies perfekt: Einmal mehr haben andere die Schuld am eigenen Versagen.)
    • Kanzlerin Merkel lässt Infizierte nach Deutschland einfliegen, um ihre Vernichtungspolitik fortzusetzen. (Warum das Virus gleichzeitig in so vielen anderen Staaten unterwegs war, blieb in dieser Erklärung offen.)
    • Die (jüdische) Rotschild-Familie versklavt die Welt.
    • Die Illuminati sind Schuld.
    • Und so weiter.

    Jeder in dieser Gruppe hatte seine Wahrheit und gab sie kund, Belege gab es praktisch nie. Ab und zu Youtube-Videos, z.B. aus dem leeren, angeblichen Wartebereich eines großen Krankenhauses, was sich aber als Irreführung entpuppte. Dass all diese Wahrheiten schwer miteinander vereinbar waren und sind – egal. Dass die eigene Wahrheit die Verbreiter anderer Wahrheiten zwangsläufig zu Lügnern macht – egal.

    In keinem Mythos tauchten mehrere dieser einzelnen Mythen gleichzeitig auf. Es gab keine Erklärung nach dem Prinzip: „Die Merkel will die Deutschen mit dem Virus, der gar kein Corona-Virus ist, ausrotten im Namen der Rotschilds und die neue Bevölkerung wird mit 5G überwacht. Die neuen sind alles junge Leute, damit keine Rente mehr gezahlt werden muss.“ Nein, jede Erklärung der Pandemie stand für sich allein. Über diese Widersprüche wurde nicht diskutiert, nur selten gab es Widerspruch zur einen oder anderen Wahrheit. Nachdenken? Querdenken? Die Bezeichnung als Verschwörungstheoretiker sei nur der durchsichtige Versuch der Verschwörer, die Wahrheit zu vertuschen.

    Aber vielleicht sind Verschwörungsmythen nur Ablenkungsmanöver, damit sich viele Menschen mit DIESEN befassen statt mit dem eigentlichen Problem?!

    Und wieder sitzen sie in einem Boot

    Menschen, die an Verschwörungen glauben, haben nach meinen Erlebnissen immer eine Geschichte, die den Glauben erklärt und sind keine hirnlosen Idioten. Wahnvorstellungen während einer Manie sind nur eine dieser möglichen Erklärungen. Hinter Menschen mit psychischen Erkrankungen steckt praktisch immer eine Kindheit, die alles andere als kindgerecht war. Immer wieder wurde das Selbstbewusstsein mit Füßen getreten. Als Erwachsene versuchen wir dann, auf Umwegen unseren Selbstwert wachsen zu lassen. Die einen können keinen Monat Single sein, brauchen immer jemanden sagt: „Du bist der/die Größte.“ Andere saugen Likes auf. Wieder andere wissen mit dem Glauben an die Mythen mehr als alle andere, heben sich damit von der Masse ab, was dem Ego gut tut.

    Wieder andere sehen in Geld und Macht den Weg raus aus dem „Ich bin nichts wert“. Rücksicht auf andere behindert diesen Weg, Hemmungen sind ausgeschaltet. Einige landeten in den letzten Jahrzehnten in Chefetagen von Pharmaunternehmen, Versicherungen, Krankenkassen und sorgten dafür, dass die gesamte Pharmalobby einen Ruf bekam, der sich heute rächt. Ohne die kleinen und großen Skandale wäre das Vertrauen in diese Industrie viel größer und die Impf-Skepsis deutlich geringer. Und Verschwörungsmythen hätten es viel schwerer, Anhänger zu finden.

    Wer diese Welt retten will, muss dafür sorgen, dass Kinder psychisch gesund heranwachsen können und ein gesundes Ego entwickeln. Dieser Abschnitt war eine viel zu starke Zusammenfassung von dem, was ich anhand dutzender Geschichten im Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ zeige.

    Wer verstehen möchte, warum sich Menschen verfolgt fühlen und ganz eigene Theorien über die Welt entwickeln können, kann hier weiterlesen.

    In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

    Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

    Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

    Das Buch gibt es bei bod.de, bei Amazon, genauso bei allen anderen Onlinehändlern. Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen. Die ISBN: 9783 7557 0721 9. (Da sich bisher kein Verlag interessiert hat, werden keine Exemplare zum Mitnehmen rumliegen, deshalb bitte vorerst direkt im Laden bestellen.)

    #MeineStimmeGegenIgnoranz

    #MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
    MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

    1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

    Du brauchst ein offenes Ohr?

    Jeder Mensch hat zwei Ohren. Nur was wir damit anfangen, ist recht unterschiedlich. Umso erleichternder ist es in Krisenzeiten, wenn du jemanden findest, der zuhören kann. In den letzten Jahren lernte ich, dass dies wohl meine Superkraft ist. Diese biete ich Dir hier an.

    Noch viel mehr Lesestoff zum Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ findest Du hier:

    Mach, was Meggie macht.

    Mach, was Meggie macht.

    „Da war nichts.“ Meggie hatte eine schöne Kindheit, dennoch geht es ihr schlecht. Warum?! Dann erwacht der Elefant.

    Sei fleißig, dann stirbst du.

    Sei fleißig, dann stirbst du.

    „Ich habe mich gefreut, wenn Papa fünf Minuten Zeit für mich hatte.“ Jens hat den Arbeitseifer seines Vaters geerbt und wird in sechs Jahren sterben.

    Herr Doktor tötet seine Kinder

    Herr Doktor tötet seine Kinder

    Suizid kann Freiheit bedeuten. 2020 hat Ulli die erste freie Entscheidung seines Lebens getroffen. Dieser Neubeginn bedeutete seine Freiheit. Und sein Ende.

    Das Märchen von der selbstverständlichen Mutterliebe

    Das Märchen von der selbstverständlichen Mutterliebe

    Saskia gibt mit Ü40 die Hoffnung nicht auf, von ihrer Mum ein nettes Wort für ihr Dasein zu hören. Bettina bekam mit 20 ein Kind, um ihrem Elternhaus zu entkommen – und lebt seitdem in den gleichen Verhältnissen.

    Woher kommt Hass?

    Woher kommt Hass?

    Natascha Kampusch als Hassobjekt?! Das macht keinen Sinn – doch beim Zuhören erklärt sich auch beim Thema Hass, wie sich unsere „Special Effects“ entwickeln.

    Wie entsteht Sucht?

    Wie entsteht Sucht?

    Annie ist 16, 1,70 m, 40 kg. Ihr Vater versteht nicht, warum sie nicht einfach mehr isst. Er selbst steckt jeden Monat 500 Euro in sein Onlinespiel. Annies Mutter vermeidet Diskussionen mit ihm über ihr Rauchen. Verstehen des jeweils anderen? Fehlanzeige.

    Verrückt – Das Interview

    Verrückt – Das Interview

    Frage: Was muss passieren, damit diese Welt weniger verrückt ist? Antwort: Wir müssen zuhören lernen. Oder wir verbieten das Kinderkriegen.

    #verrückt: Von Opfern und Tätern

    #verrückt: Von Opfern und Tätern

    Jochen wäre fast ertrunken, der Vater zerrte ihn wieder ins Wasser. Opfer und Täter, weiß und schwarz. Doch ist es wirklich so einfach?

    Die Familie – Erfahre mehr über uns.

    #metoo (1) 2020 (2) 2022 (2) 2024 (2) abschied (1) Aluthutträger (2) Aurelie Joie (10) Ballast (2) beziehung (1) bipolare störung (3) bipolare Sörung (2) Bundestagswahl 2021 (1) corona (3) Covidioten (2) Depression (4) freiheit (2) gefühle (10) gendern (4) Hass (3) hilflosigkeit (3) interview (1) Journalismus (5) kampagnen (1) Kindheit (4) Krankenhäuser sind Hurenhäuser (1) liebe (2) manie (3) meinestimmegegenignoranz (19) Mel Gibson (1) missbrauch (2) Mutterliebe (1) narzisst (5) Politiker (3) psychische Erkrankungen (11) selbstverletzung (2) selbstzweifel (2) Spaltung der Gesellschaft (1) Sucht (1) tot (3) Vater & Sohn (2) Vernunft (1) verrückt (22) verschwörungsmythen (3) verständnis (4) wird nicht besser (3)

  • #verrückt: Was Journalisten & Politiker mit Covidioten & Aluthutträgern verbindet – Teil 2

    #verrückt: Was Journalisten & Politiker mit Covidioten & Aluthutträgern verbindet – Teil 2

    Während es im ersten Teil um die Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf die Wahrnehmung der Realität ging, möchte ich im zweiten Teil zum Überlegen anregen, dass der Glaube an unsichtbare Mächte nicht exklusiv Verschwörungsgläubige betrifft, sondern dass wir in diesem Glauben aufwachsen, weshalb man vorsichtig sein sollte mit dem verächtlichen Abwerten.

    Sonst holt dich der Teufel!

    Hanna, seit einem unverschuldeten Verkehrsunfall traumatisiert, spricht in der Gruppentherapie über die Wut, die sie ständig in sich spüre und die sehr viel Energie fresse, welche sie eh schon kaum habe. Ein Mitpatient versteht Hanna problemlos und sagt, dass er ständig innerlich koche, Aggressionen habe, was ein riesiges Problem sei, aber keiner müsse deshalb vor ihm Angst haben.

    Eine weitere Mitpatientin kann damit nichts anfangen. Sie erzählt, dass sie weder Wut noch Aggressionen verspüre. Die Therapeutin reagiert mit einem mehrfachen: „Oh doch“, die Patientin verneint genauso oft. Doch die Therapeutin bleibt hartnäckig: „Zu 100% haben Sie Zorn, Wut, Aggressionen in sich. Aber Sie merken es nicht.“

    Genau das hatte Hanna schon in der vorherigen Klinik gehört. Ihr wurde dort gesagt, dass es gut sei, dass sie diese Dinge spüre, denn 100% der psychisch Erkrankten hätten dies in sich, aber viele würden es nicht merken – oder nicht merken dürfen, weil sie es als Kind nicht wahrnehmen durften. Wer als Kind kleingehalten, misshandelt oder missbraucht wird und nicht dagegen rebellieren kann, weil Vater oder Mutter zu mächtig sind, muss einen Weg finden, mit der eigentlich vorhandenen Wut klarzukommen. Und dann wird sie verdrängt oder mündet in Selbstverletzungen.

    Die Therapeutin fragt Hannas 20-jährige Mitpatientin, wie denn bei ihr zu Hause mit Wut und Aggressionen umgegangen wurde. Ging es nach dem Motto: „Reiß dich zusammen! Das gehört sich nicht! Benimm dich!“?

    Die Patientin eiert zunächst herum, dass sie so etwas wirklich nicht kennen würde. Die Therapeutin lässt nicht locker, bis die Patientin von ihrer Mutter erzählt. Diese habe immer wieder gesagt, man sei fremdgesteuert, wenn man wütend ist.

    Nun schaltet sich Hanna mit der Frage ein, ob die Mutter sehr gläubig sei. Die Patientin bejaht und ist erstaunt über die Frage. Hanna hatte in einer anderen Klinik eine Frau kennengelernt, ebenfalls Anfang 20, die „mit der Bibel erschlagen“ worden war. Diese Frau war nicht wirklich geschlagen worden, sondern in der Familie war die Bibel das Gesetz und streng ausgelegt worden. Nun will Hanna von der Mitpatientin wissen, was genau sie meint mit „fremdgesteuert“: „Hat deine Mutter damit gemeint, dass ein Dämon in dich gefahren ist?“

    Die junge Frau nickt. Der Dämon komme, wenn man Sünde auf sich geladen hat, z.B. weil man aufmüpfig ist, widersprochen hat, wütend ist. Verhält man sich brav, kommt auch kein Dämon über einen. Also heißt es, Wut und Aggressionen zu unterdrücken.

    Drum werfe den ersten Stein

    Nun kann man mit den Schultern zucken und sagen: „Man muss den Glauben ja nicht sooo extrem ausleben.“ Aber unsichtbare Mächte sind doch in unserem Leben allgegenwärtig?! Und damit meine ich nicht Q-Anon oder den Deep State, die bei jüngeren Verschwörungsmythen auftauchen. Wie weit entfernt sind deren Gläubige auch abseits vom Ausblenden der Fakten, die ich in Teil 1 beschrieben habe, von jenen, die sich entrüsten über die Verbreitung der Mythen? Ja, man kann den Kopf schütteln über Menschen, die daran glauben, eine unsichtbare Macht würde im Hintergrund die Geschicke auf dieser Welt lenken. Man kann sie als Verrückte bezeichnen, man kann die Verbreitung dieser Mythen verurteilen. Man könnte es auch mit anderen Erklärungen versuchen, siehe Teil 1.

    Aber wir leben doch seit Tausenden Jahren in einer Welt, in welcher Millionen und heute Milliarden Menschen an eine unsichtbare Macht glauben, die Himmel und Hölle erschaffen hat?! Für diese Macht wurden Kathedralen errichtet, es gibt Feiertage, am Sonntag sollst du wegen dieser Macht ruhen, es gibt Geistliche, die sich rund um die Uhr mit dieser unsichtbaren Macht befassen, es gibt ein anerkanntes Studienfach. Es gibt einen kleinen Staat, in welchem sich alles um diese unsichtbare Macht dreht. Zu dieser unsichtbaren Macht wird gebetet, ihr wird gedankt, ob nach Fußballspielen oder Grammy-Verleihungen als gäbe es eine Liveübertragung zu ihm. In dunklen, ausweglosen Stunden bitten wir um den Beistand dieser Macht. Im Namen dieser unsichtbaren Macht werden Homosexuelle geächtet, Frauen unterdrückt, Teufelsaustreibungen durchgeführt. Im Namen dieser Macht wurden moralische Leitlinien gesetzt. Im Namen dieser Macht wurden Parteien gegründet und der Glaube an diese Macht wurde in Parteinamen verankert. Spitzenvertreter dieser Parteien verurteilen das Verbreiten von Weltbildern, die nichts mit der Realität zu tun haben und offenbar nur Erfindungen von Geschichtenschreibern sind. Und diese Entrüstung zeigte die Bundeskanzlerin, die sich bei jeder Vereidigung der Hilfe dieser unsichtbaren Macht rückversicherte, wenige Tage nachdem die Geburt des Sohnes dieser unsichtbaren Macht ausgiebig gefeiert wurde. Und wenn man den Glauben an diese unsichtbare Macht in Frage stellt, reagieren die einen gelassen und andere sehen heftig rot.

    Wo genau liegt der Unterschied zum Glauben an Q-Anon oder den Deep State?! Weil der eine Glaube Jahrtausende alt ist und sich viele intelligente Menschen bereits damit befasst haben, während dem anderen nur „Idioten“ frönen, über die man verächtlich den Kopf schütteln kann, weil es keinerlei Beweise für die Existenz dieser Mächte gibt?! Wer darf den ersten Stein werfen?

    Für mich war und ist Kirche und Glauben etwas Gutes, wenn Menschen darin Halt und moralische Leitplanken finden. Mir wäre es lieber, wir würden von uns aus Nächstenliebe und Respekt gegenüber dem anderen zeigen können, ohne dass uns Teufel und Hölle im Genick sitzen. Mir wäre es lieber, jeder würde den anderen so akzeptieren, wie er ist, ohne dass dies aus Angst vor der Rache Gottes geschieht. Nur braucht es dazu Menschen mit gesundem Selbstbewusstsein und diese sind extrem selten.

    Alles Lüge – alles möglich

    Den Glauben an Verschwörungsmythen haben auch viele erleichtert, die sich für psychisch gesund halten. In einer Welt, in der an allen Ecken gelogen wird und in der es keine moralischen Instanzen mehr gibt, ist eben nichts unmöglich und alles denkbar, so mystisch es auch klingen mag. Da braucht es nicht zwangsläufig eine Erkrankung mit Realitätsverlust. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Skandal aufgedeckt wird – also kann aus jeder Verschwörungstheorie früher oder später doch Realität werden, oder? Wenn Präsidenten lügen, um Kriege beginnen zu können und wenn hinter Kirchenmauern Missbrauch stattfindet und vertuscht wird und wenn Politiker ihre Familien bei Geschäftsabschlüssen einbinden und wenn Doktorarbeiten auf wackligen Füßen stehen und wenn Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele ge- und verkauft werden selbst von scheinbar seriösen heimischen Funktionären und Idolen und wenn ganze Sport-Weltverbände von Fußball über Leichtathletik und Gewichtheben bis Biathlon vor Korruption in den Spitzen strotzen und wenn sich Weltkonzerne von Social Media über Banken und Pharmaunternehmen bis Autoindustrie und Lebensmittel Skandale leisten und wenn ein DAX-Konzern krumme Geschäfte machen kann und keiner will es trotz investigativer Berichte weit im Vorfeld gesehen haben und wenn Flugzeuge abgeschossen werden können ohne die Schuldigen wirklich überführen zu können und wenn ganze Unterhaltungssendungen im TV Realität vorgeben und nach Drehbuch verlaufen und wenn Influencer bis Volksmusikanten Beziehungen eingehen nur für PR und wenn Fotos und Videos gefälscht werden können, ohne dass man es merkt und wenn man auf Instagram keinem glattgebügelten Gesicht von Promis bis Nonames trauen kann, dann wird es verdammt schwer mit „Nun glaub das doch! DAS ist die Wahrheit!“ Jeder mit einem großen oder einem kleinen Skandal und jeder, der die Realität zu seinen Gunsten aus geschäftlichen oder Macht-Gründen verbiegt, hat den Glauben an Verschwörungsmythen leichter gemacht.

    Und jeder dieser Verursacher hat wieder seine eigene Geschichte, warum er Macht, Einfluss, Aufmerksamkeit, Geld oder ein glattgebügeltes Gesicht für sein Selbstbewusstsein braucht und auch bei ihnen wurde das erste Kapitel im Kinderzimmer geschrieben. Wer Kindern das Aufwachsen mit einem gesunden Selbstbewusstsein möglich macht, wird sich nicht die Haare raufen müssen über scheinbar unverständliches Verhalten.

    Den irdischen Tatsachen stellen

    Als Hanna mir von ihrer Mitpatientin erzählte, die keine Wut empfinden konnte, blieb mir neben dieser Geschichte der Satz der Psychologinnen hängen, den Hanna in zwei Kliniken unabhängig voneinander gehört hatte: „100% der psychisch Erkrankten haben Zorn, Wut, Aggressionen in sich.“

    Ich musste unweigerlich an all die Hasskommentare, an die Wutausbrüche auf Fußballplätzen gegenüber Schiedsrichtern, an die Angriffe auf Sanitäter, Zugbegleiter, Polizisten, Lehrer usw. denken. Wenn 18 Millionen Menschen psychisch erkrankt sind und psychisch erkrankte Menschen zu 100% Wut und Aggressionen in sich tragen, sind dann diese Attacken mit Worten und Fäusten nicht wieder die sichtbaren Auswirkungen psychischer Erkrankungen? Ist die gefühlt hohe Zahl solcher „Ausraster“ ein weiteres klares Indiz dafür, wie weit verbreitet die Erkrankungen sind und das Ignoranz nichts bringt?

    Ganz sicher ist nicht jede dieser Taten auf diese Wut zurückzuführen. Wer je einem Narzissten begegnet ist und hinter die nach außen freundliche Fassade gucken durfte, der weiß, dass auch solche Persönlichkeitsstörungen heftige Auswirkungen auf das Gegenüber haben können. Wer der angeblichen Spaltung der Gesellschaft nicht mit Phrasen begegnen will, muss sich diesen Tatsachen stellen bei der Erklärungssuche, ob Journalist, Politiker oder einfach nur als Mensch. Und der muss endlich psychische Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen zum Thema machen. Und nein, nicht die Erkrankten sind das Problem, sondern wie die Erkrankungen entstehen und diese haben ihre Wiege im Kinderzimmer.

    Teil 1: Warum wir nicht aus den Geschichten lernen.
    Warum ich kein Fan allzu vieler Wahrheiten bin.

    Dieser Artikel basiert auf meinem Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ (aus Teil 5: „Das Märchen von der Liebe & der Vernunft„) und ist nur ein klitzekleiner Einblick in dieses. An Dutzenden Biografiesplittern zeige ich, warum wir wie ticken und was uns alle verbindet.

    In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

    Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

    Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

    Das Buch gibt es bei bod.de, bei Amazon, genauso bei allen anderen Onlinehändlern. Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen. Die ISBN: 9783 7557 0721 9. (Da sich bisher kein Verlag interessiert hat, werden keine Exemplare zum Mitnehmen rumliegen, deshalb bitte vorerst direkt im Laden bestellen.)

    Noch viel mehr Lesestoff zum Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ findest Du hier:

    Mach, was Meggie macht.

    Mach, was Meggie macht.

    „Da war nichts.“ Meggie hatte eine schöne Kindheit, dennoch geht es ihr schlecht. Warum?! Dann erwacht der Elefant.

    Sei fleißig, dann stirbst du.

    Sei fleißig, dann stirbst du.

    „Ich habe mich gefreut, wenn Papa fünf Minuten Zeit für mich hatte.“ Jens hat den Arbeitseifer seines Vaters geerbt und wird in sechs Jahren sterben.

    Herr Doktor tötet seine Kinder

    Herr Doktor tötet seine Kinder

    Suizid kann Freiheit bedeuten. 2020 hat Ulli die erste freie Entscheidung seines Lebens getroffen. Dieser Neubeginn bedeutete seine Freiheit. Und sein Ende.

    Das Märchen von der selbstverständlichen Mutterliebe

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    Saskia gibt mit Ü40 die Hoffnung nicht auf, von ihrer Mum ein nettes Wort für ihr Dasein zu hören. Bettina bekam mit 20 ein Kind, um ihrem Elternhaus zu entkommen – und lebt seitdem in den gleichen Verhältnissen.

    Woher kommt Hass?

    Woher kommt Hass?

    Natascha Kampusch als Hassobjekt?! Das macht keinen Sinn – doch beim Zuhören erklärt sich auch beim Thema Hass, wie sich unsere „Special Effects“ entwickeln.

    Wie entsteht Sucht?

    Wie entsteht Sucht?

    Annie ist 16, 1,70 m, 40 kg. Ihr Vater versteht nicht, warum sie nicht einfach mehr isst. Er selbst steckt jeden Monat 500 Euro in sein Onlinespiel. Annies Mutter vermeidet Diskussionen mit ihm über ihr Rauchen. Verstehen des jeweils anderen? Fehlanzeige.

    Verrückt – Das Interview

    Verrückt – Das Interview

    Frage: Was muss passieren, damit diese Welt weniger verrückt ist? Antwort: Wir müssen zuhören lernen. Oder wir verbieten das Kinderkriegen.

    #verrückt: Von Opfern und Tätern

    #verrückt: Von Opfern und Tätern

    Jochen wäre fast ertrunken, der Vater zerrte ihn wieder ins Wasser. Opfer und Täter, weiß und schwarz. Doch ist es wirklich so einfach?

    #MeineStimmeGegenIgnoranz

    #MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
    MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

    1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

    Die Familie – Erfahre mehr über uns.

    #metoo (1) 2020 (2) 2022 (2) 2024 (2) abschied (1) Aluthutträger (2) Aurelie Joie (10) Ballast (2) beziehung (1) bipolare störung (3) bipolare Sörung (2) Bundestagswahl 2021 (1) corona (3) Covidioten (2) Depression (4) freiheit (2) gefühle (10) gendern (4) Hass (3) hilflosigkeit (3) interview (1) Journalismus (5) kampagnen (1) Kindheit (4) Krankenhäuser sind Hurenhäuser (1) liebe (2) manie (3) meinestimmegegenignoranz (19) Mel Gibson (1) missbrauch (2) Mutterliebe (1) narzisst (5) Politiker (3) psychische Erkrankungen (11) selbstverletzung (2) selbstzweifel (2) Spaltung der Gesellschaft (1) Sucht (1) tot (3) Vater & Sohn (2) Vernunft (1) verrückt (22) verschwörungsmythen (3) verständnis (4) wird nicht besser (3)

  • #verrückt: Was Journalisten & Politiker mit Covidioten & Aluthutträgern verbindet – Teil 1

    #verrückt: Was Journalisten & Politiker mit Covidioten & Aluthutträgern verbindet – Teil 1

    Käpt´n Crazy und die Chinesen

    2009 erzählte mir beim Klassentreffen eine ehemalige Schulfreundin, Katharina, von ihrem Mann. Sie, damals Mitte 30, lebte mit ihm und ihren beiden Söhnen in einem großen Haus, an dem ihr Mann in jeder freien Minute weiter baute. Im Erdgeschoss hatten sie gemeinsam einen Laden eingerichtet, in welchem Katharina verkaufte. Ihr Mann hatte sich eine eigene Firma aufgebaut und gestaltete mit drei Angestellten Gärten und Höfe mit wirklich beeindruckenden Ergebnissen. Die Ideen gingen ihm nie aus, er arbeitete sehr sauber und hielt Fristen ein. Entsprechend gut lief die Firma.

    Weniger gut lief das Miteinander zwischen ihm und Katharina seit zwei Jahren. Seine Trinkerei ließ ihn Dinge machen, die auf keine Kuhhaut gingen – zumindest nahmen alle an, dass es mit seinem Alkoholkonsum zu tun hatte. Diesen reduzierte er auch nicht nach einem lebensbedrohlichen Treppensturz im Suff. Da gab es kein Umdenken wie: „Oh Gott, jetzt hätte ich fast meine Kinder zu Halbwaisen gemacht! Ich hab ein Problem!“ Nein, es ging einfach weiter.

    Immer wieder gab es Streit, bei dem sich am Ende immer wieder Katharina für ihr Verhalten entschuldigte, um den Frieden wiederherzustellen. Diskutieren mit ihrem Mann war phasenweise völlig sinnlos. Er sah selbst Fehler nicht ein, obwohl seine Schuld eindeutig war. Außerdem hatte sie Angst, er würde ihr den Laden kündigen. Auf einem Zettel in seinem Büro hatte sie Worte gefunden, die auf solche Pläne deuteten.

    Und es fiel ihr schwer, sich einzugestehen, dass sie für diesen Mann trotz allem noch etwas empfand, zumal es auch Phasen gab, in denen er absolut ihre Nähe suchte, an ihrem Rockzipfel hing, fast wie ein Kind kuscheln und schmusen wollte. Und einige Zeit später war sie wieder nur die Haushaltshilfe und das Kindermädchen. Um die beiden Söhne kümmerte er sich dann kaum, dafür um sein Quad, das er sich ohne Absprache mit Katharina für reichlich Geld gekauft hatte. Als er mit dem Teil mitten in der Nacht im Wald stecken blieb, sollte Katharina ihn abholen kommen. Mit reichlich Bauchschmerzen ließ sie die Kinder – damals 6 und 8 – allein und fuhr planlos durch die Gegend, denn ihr Mann hatte nicht gesagt, wo er ist. Nach einer Stunde ergebnisloser Suche fuhr sie wieder nach Hause. Ein Kumpel fand ihren Mann am Morgen.

    Weitere derartige Episoden folgten. Und er schlief in diesen rastlosen Phasen wenig. Zwei Stunden Schlaf reichten ihm, denn: „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.“ Er schmiss mitten in der Nacht Bauschutt aus dem Fenster in einen Container, fuhr spontan Hunderte Kilometer weit in die Schweiz, um dort festzustellen, dass er in Hamburg eine Rassekatze gekauft hat und diese abholen muss.

    Nach Monaten wurde er wieder ganz anders, klebte wieder Katharina am Rockzipfel, konnte nicht verstehen, was er zuvor alles angerichtet hatte, wollte sein Quad verkaufen, welches er nun nicht ansehen konnte.

    Und wieder Monate später reichten die 2 Stunden Schlaf pro Nacht, das Quad war wieder interessant. Im Keller sollten Vorräte angelegt werden, weil die Chinesen kommen. Dafür wollte er den Keller zu einer Wohnung umbauen, in der die Familie länger überleben konnte. Er quatschte im Urlaub alle Menschen an, hatte absurde Theorien über das Weltgeschehen, kaufte sich eine verdammt teure Uhr, obwohl sein Geschäft inzwischen bergab ging, wollte eine Fabrik bauen und diverse Dinge zum Patent anmelden, tanzte auf Tischen, kannte keinerlei Hemmungen und glaubte, bestimmte Lieder im Radio seien nur für ihn geschrieben worden.

    Und wieder Monate später ließ er den Keller Keller sein, von den anrückenden Chinesen war überhaupt keine Rede mehr und auch sonst war alles „normaler“.

    Katharina, an der das alles deutliche Spuren hinterließ, und ich verstanden nichts. Wir konnten uns nur in Galgenhumor flüchten, tauften ihren Mann „Käpt´n Crazy“, sahen ihn wie Jekyll und Hyde. Ihr Mann hatte in der Schule zu den Besten gehört, er war fleißig, kreativ, zeigte sich phasenweise sehr verletzlich – und baute in anderen Phasen unglaublichen Mist mit sich, seiner Familie, seinem Geschäft – seinem ganzen Leben.

    Veronika und der Angriff der Roboter

    2016 fand sich die Tochter meiner Cousine in einer Realität wieder, die filmreif war. Nadine, 22, absolvierte ihre Ausbildung zur Altenpflegerin und hatte sich mit Veronika, 21, angefreundet.

    Beide Frauen waren gerade in der Prüfungszeit im Praktikum. Nadine wollte von ihrer Freundin per Telefon wissen, wie es gelaufen war, doch sie erreichte Veronika nicht. Diese reagierte weder auf Anrufe noch Nachrichten, auch die Wohnung machte sie nicht auf. Als es doch zum Telefongespräch kam, redete Veronika „einen Haufen Mist“. Zum vereinbarten Treffen ein paar Tage später erschien sie nicht. Am späten Abend tauchte sie in Nadines Wohnung auf und erzählte, dass alle einen Chip unter der Haut haben und verfolgt werden. Sie hielt Nadine das Handy vor die Nase und sagte immer wieder: „Das Video musst du dir angucken! Du musst genau hingucken!“ Wenig später sprach Veronika davon, dass Roboter angreifen würden und sie wolle noch auf eine Party. Nach einer Zigarettenpause auf dem Balkon wollte sie bei Nadine bleiben, fraß ihr den Kühlschrank leer, ging gegen 1 Uhr. Nadine war hundemüde, aber auch völlig durch den Wind.

    Wochen später wandelte sich das Verhalten von Veronika komplett und ihr wurde klar, dass sie durch die verpasste Prüfung die Ausbildung geschrotet hatte. Für eine Fortsetzung fehlte ihr die Kraft, sie war im psychischen Tief. Von angreifenden Robotern und Chips unter der Haut war keine Rede mehr.

    Ende 2017 bekam Nadine im Urlaub einen Anruf von Veronika und verstand nichts: „Da da du die da du …“ Als sie zurück in Deutschland war, besuchte Nadine ihre Freundin in der Klinik, in der sie inzwischen war und merkte, dass der Verfolgungswahn bei Veronika zurückgekehrt war. An den Wänden hingen verstörende Bilder.

    „Ich bin bewaffnet!“

    2017 ging es um den Verkauf von Ackerland, an dem eine inzwischen 15-köpfige Erbengemeinschaft hing, einschließlich meiner Mum. Da alle Erben ausfindig gemacht werden mussten einschließlich jener Erblinien, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichten, lernten wir kurzzeitig Verwandte kennen, von denen wir überhaupt keine Ahnung hatten, auch im eigenen Ort. Mit am Tisch saß eine Frau Mitte 60, die sich zwei Jahren zuvor von ihrem Mann getrennt hatte. Dieser hatte es in regionale Zeitungen geschafft, als er seinen Vater als Geisel genommen und sich mehrere Stunden im Haus verschanzt hatte. Sich selbst bezeichnete er in den Verhandlungen mit der Polizei als Reichsbürger.

    Die üblichen Reaktionen

    Einer, der Vorräte anlegt, den Keller zur Wohnung umbaut, weil die Chinesen kommen, wilde Theorien über die Welt erzählt und glaubt, Lieder im Radio seien für ihn geschrieben worden. Eine, die sicher ist, dass alle Menschen einen Chip unter der Haut tragen, verfolgt werden und vom Angriff der Roboter spricht. Ein sich als Reichsbürger bezeichnender Mann, der seinen Vater als Geisel nimmt.

    Die üblichen Reaktionen von Journalisten, Politikern, Kommentatoren, Comedians und (fast) allen anderen bei solchen Geschichten: großes Kopfschütteln. Verächtliche Bezeichnungen im Stile von „Covidioten“ und „Aluhutträgern“. Appelle an die Vernunft. Ausdruck von Entrüstung wie von Kanzlerin Merkel in der Neujahrsansprache Ende 2020 über die Verbreitung von Verschwörungsmythen. Faktenchecks. Diskussionen über Radikalisierung und Extremismus und Spaltung der Gesellschaft. Noch mehr Kopfschütteln. Noch mehr Appelle an die Vernunft. Noch mehr „Was für Idioten/Spinner/Durchgeknallte!“-Kommentare.

    Des Rätsels Lösung

    Meine Reaktion auf das komplett verrückte Verhalten von Katharinas Mann war nicht anders. Unsere verächtliche Bezeichnung war „Käpt´n Crazy“. Immer wieder ging uns durch den Kopf: „Der muss doch mal vernünftig denken?! Der ist doch eigentlich nicht doof?!“ Katharina versuchte ihn mehrmals mit eigentlich nicht zu widerlegenden Faktenchecks davon zu überzeugen, dass er falsch lag. So hatte sie ihrem Mann einen Einkaufszettel mitgegeben: alle mitzubringenden Getränke in Großbuchstaben – er brachte die falschen. Sie hielt ihm den Zettel vor die Nase – aber es war nicht SEIN Fehler. Und so konnte ihm auch keiner ausreden, dass die Chinesen NICHT kommen. Zumindest nicht in den kommenden Wochen bis Monaten.

    2 Jahre schüttelten wir verständnislos immer wieder über Monate den Kopf – bis sich sein Verhalten für weitere Monate komplett änderte – was nicht weniger seltsam war. Und irgendwann ging alles von vorn los.

    2011 löste sich das Rätsel. In einer Sendung von Sandra Maischberger saß ein Mann, der davon erzählte, wie er aus einem sehr teuer bezahlten Hotelzimmer im Bademantel per Taxi zum Regierenden Bürgermeister Berlins gefahren war, um ihm mal die Meinung sagen zu können. Sein Verhalten glich dem von Katharinas Mann beklemmend. Die Diagnose: bipolare Störung.

    Als Katharina und ich lasen, was es damit auf sich hat und wie sie sich zeigt, verstanden wir das bis dahin völlig Unverständliche. Das Verhalten ihres Mannes war lehrbuchhaft für diese Erkrankung. In den manischen Phasen explodiert die Kreativität – siehe die geplante Fabrik und Patente. Das Geld sitzt so locker, dass Verschuldung droht – siehe Quad und Uhr. Schlaf?! Braucht der Maniker nicht. Sexuell übersteigerte Lust – Kati bekam sie auf unschöne Weise zu spüren. In ausgeprägten Manien kann es zu Realitätsverlust kommen und zu Wahn, siehe die anrückenden Chinesen, die absurden Theorien und die angeblich nur für ihn geschriebenen Lieder. In den depressiven Phasen ist alles ganz anders, dann suchte er den Halt bei Katharina und den Kindern, den er sonst nirgends hatte.

    Nach dem Abend, an dem Veronika in Nadines Wohnung vom Angriff der Roboter gesprochen hatte und von dem Chip, den alle unter der Haut tragen, hatte Nadine mit Veronikas Mum telefoniert, weil sie sich Sorgen um ihre Freundin machte und diese nicht erreichen konnte. Die Mutter dankte Nadine und erzählte, dass die bipolare Störung in der Familie liegt und bat Nadine, Veronika so zu lenken, dass sie in die Klinik geht. Sie sei die einzige, auf die ihre Tochter momentan höre.

    Als sich die Erben des Ackerlandes einschließlich meiner Mum zum Unterzeichnen der Formalitäten zusammengesetzt hatten, erzählte die Ex-Frau des Geiselnehmers, der sich als Reichsbürger bezeichnete, dass dieser die Diagnose bipolare Störung habe.

    Mit dir kann man ja nicht reden!

    Wer je mit einem Menschen mit bipolarer Störung in einer ausgeprägten manischen Phase diskutiert hat, der weiß: Reden zwecklos. Wenn das Gras blau ist, dann ist es in den Augen des Manikers blau und nichts und niemand wird ihn vom Gegenteil überzeugen können. Kein Faktencheck, keine Beleidigung, kein Appell an die Vernunft werden etwas bringen. Man kann nur auf den Übergang in die depressive Phase warten, um als Partner oder Freund dann traurigerweise mitzuerleben, wie sich das Gegenüber selbst fertigmacht. In den manischen Phasen will man dem Bipolaren regelmäßig den Kopf abreißen für den Scheiß, den er baut. In den depressiven Phasen möchte man ihn in die Arme nehmen, wenn er realisiert, was in der Manie alles kaputtgegangen ist. Und du willst ihn bewahren vor der nächsten Manie, die ganz sicher kommen wird, schickst ihn zum Arzt. In der depressiven Phase nimmt der Bipolare Hilfe an – doch in der Manie besteht selten der Gedanke, dass auch dieser Abschnitt nichts mit Gesund zu tun hat. Das gehört zum Krankheitsbild genauso wie die Uneinsichtigkeit und hat nichts mit Unvernunft oder fehlendem Willen zu tun.

    Weder Manie noch Depression kann man mit „Du musst nur!!! Jetzt sei doch mal vernünftig!“ beenden. Beides sind Hormonstörungen und Hormone lassen sich nicht von guten Worten oder verbalen Einläufen beeindrucken. Auch nicht von Beleidigungen oder Appellen an die Vernunft oder Faktenchecks. Würde sich ein Betroffener in einer ausgeprägten Manie von Worten der Vernunft überzeugen lassen können, wäre er nicht manisch. Von einem, der sich das Bein gebrochen hat, würde kein Mensch auf der Welt erwarten, dass er den 100-m-Weltrekord knackt. Doch bei psychischen Erkrankungen trifft man immer wieder auf dieses: „Du musst nur!“

    Drei von einer Million?

    Die drei Genannten waren in den letzten 10 Jahren nicht die einzigen mit bipolarer Störung in meinem Umfeld und ihnen geht es wie Millionen anderer, darunter Paypal- und Tesla-Gründer Elon Musk, Rapper und Geschäftsmann Kanye West, den Sängerinnen Mariah Carey und Demi Lovato, den Schauspielern Mel Gibson und Catherine Zeta-Jones. Und auch Johann Wolfgang von Goethe, Vincent van Gogh und Robert Schumann kannten laut dem Psychiater Wilhelm Lange-Eichbaum die Achterbahnfahrten zwischen Himmel hoch jauchzender Manie und zu Tode betrübter Depression.

    Wirklich verlässliche Zahlen über die Verbreitung der bipolaren Störung findet man nicht, so wie bei allen psychischen Erkrankungen. Das „Weißbuch bipolar“ geht von bis zu 2% Betroffenen aus. Manche Studien kommen zum Ergebnis, dass bis zu 5% der Gesamtbevölkerung von den Erkrankungen des gesamten bipolaren Spektrums betroffen sein könnten. (Quelle) Bei 2% käme man auf 1,2 Millionen Erwachsene in Deutschland mit bipolarer Störung, wobei die Heftigkeit der Verläufe und die Dauer der Phasen unterschiedlich ist. Beim Ex-Partner einer Frau, die ich bei der Suche nach Ms. Right kennengelernt hatte, wechselten die Phasen täglich (Ultradian Rapid Cycling). Nach drei Jahren Beziehung bekam sie Krebs – wohl durch den Stress, welchen das ständige Hin und Her verursacht hatte. Wer mit einem Bipolaren lebt, hat es letztlich mit drei verschiedenen Persönlichkeiten zu tun: der manischen, der depressiven und in den Übergangsphasen mit der ausgeglichenen. So etwas hält man nicht ewig aus.

    Die Angst vor dem fallenden Schnee

    Nein, ich sage nicht, dass alle „Covidioten“, „Aluhutträger“ und Anhänger von Verschwörungsmythen bipolar sind. Wahnvorstellungen und Realitätsverlust KÖNNEN mit Manien auftreten. Ich sage: Für jedes Verhalten, so abwegig, verrückt oder unerklärlich es auch erscheint, gibt es eine Erklärung. Das habe ich über die letzten 10 Jahre gelernt durch rund 100 Geschichten von Menschen in meinem Umfeld und dem Umfeld anderer. Immer wieder fing es an mit verständnislosem Kopfschütteln und immer gab es den „Okay, das erklärt die Sache“-Moment.

    Zum Beispiel bei Jochen. Er ist Ü50, ein Bär von einem Mann, knapp 2 m groß, arbeitet in der Finanzverwaltung einer mittelständischen Firma, macht in seinem eigenen Studio hochprofessionelle Musik – und ihm machen herabfallende Schneeflocken Angst. Diagnose neben anderen: Angststörung. In seiner Wohnung klebt teils großflächig Alufolie, über sein Bett ist ein Netz gespannt, das Strahlung abhalten soll. Im Hotel kann er dich an jene Stelle führen, an der der WLAN-Router installiert ist, ohne je dortgewesen zu sein. Er merkt auch, ob dein Handy ausgeschaltet ist, wenn du neben ihm sitzt. Das macht es schwer, seine Abneigung von Handy-Strahlung einschließlich 5G, die er auf seiner Website deutlich macht, als Spinnerei abzutun.

    In einem anderen Punkt ist aber eindeutig, dass Jochen teils in einer Realität lebt, die es so nicht gibt: Er hält sich für sehr empathisch. Anfang 2021 schrieb er an seine angeblich gute Freundin Hanna, wie sehr ihn diese Welt voller egozentrischer, verlogener Arschlöcher betrübt, es gehe ihm nicht gut. Hanna hatte er zwei Jahre zuvor in einer Klinik kennengelernt, in welche er wegen seiner Angststörung gegangen war. Sie selbst ist nach einem unverschuldeten Unfall vor 20 Jahren traumatisiert und kämpft seit Jahren immer wieder mit Suizidgedanken. Im Herbst 2019 hatte sie Tabletten vor sich liegen und ihre Angst war groß, dass nun doch die letzte Hemmung fallen könnte. Bis dahin war immer der Gedanke an ihre Tochter die Bremse. Die Tochter war 4 Wochen alt, als der Unfall passierte und Hanna war sich damals sicher, dass ihr Baby auf dem Rücksitz tot sei.

    Am Abend, als Hanna den Berg an Tabletten vor sich hatte, bat sie Jochen, zu ihr zu kommen, einfach da zu sein. Er wohnte 10 km entfernt – doch er ging in die Kneipe, wollte nachts mal vorbeischauen, wenn sie das wolle. Ich war stinkwütend auf ihn, weil ich mit 400 km Abstand nichts machen konnte.

    Als Hanna ein Jahr später Jochen gegenüber noch einmal auf diesen Abend zu sprechen kam, erklärte der Mann, der egozentrische, verlogene Arschlöcher hasst, er habe doch an jenem Abend an ihrem Bett gesessen! Und er habe sie doch irgendwann mal aus dem Wald getragen zu ihrem Auto, als es ihr nicht gutging! Wie könne sie ihm dann vorwerfen, keinerlei Empathie zu haben und nur auf sich selbst fixiert zu sein?!

    Woher genau dieser Realitätsverlust kommt, wissen wir nicht. Möglicherweise sind es auch einfach Lügen, um sich wieder ins rechte Licht rücken zu können. Neben der Angststörung wurde auch Histrionie bei ihm festgestellt, eine Persönlichkeitsstörung dicht am Narzissmus. Mit 5 wäre er fast ertrunken, der Vater zerrte ihn beim nächsten Mal mit aller Macht in den gleichen See. Heute sagt Jochen immer wieder, er fühle sich wie 5 und wirkt oft genauso. Auf dem Sterbebett bereute der Vater, sein Leben lang so kaltherzig gewesen zu sein, er habe so ziemlich alles falsch gemacht. Jochens Mutter wollte eigentlich kein Kind, bekam es nur ihrem Mann zuliebe. Jochen ist Opfer und Jochen ist Täter.

    Im Frühjahr 2021 beklagte er die Einsamkeit durch die Pandemie und sprach vom „Merkel-Regime“.

    15,4% der erwachsenen Deutschen sind wegen einer Angststörung in der Statistik aufgeführt, 9,8 Millionen Menschen. (Quelle) Aber auch Depressionen können von Wahnvorstellungen begleitet sein, Schizophrenie ebenso.

    Jetzt spinnt auch schon die Mittelschicht?!

    Und es gibt weitere Gründe, die zu schwer verständlichem Verhalten weitab der Vernunft führen können. Diese Erklärungen haben praktisch nie etwas mit fehlender Intelligenz oder sozialem Stand zu tun. Mein ehemaliger Mitschüler Ullrich wurde 2020 von seinem Vater letztlich in den Suizid getrieben, so Ullrichs Schwester. Lebenslänglich hatte der Vater Ullrichs Lebensweg vorgegeben, er hatte Sohn, Tochter und Frau tyrannisiert, geschlagen und ständig kontrolliert. Der Vater war ein angesehener Chirurg – und gehört zu den Pandemie-Leugnern. Seine Intelligenz hätte ihm sagen müssen, dass man so mit seiner Familie nicht umgeht. Für seine Tochter steht fest: Der Vater hat die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Das wurde ihr durch viel Selbststudium klar.

    Eine ähnliche Geschichte erzählte mir eine Frau, deren Ex-Mann früher eine Firma leitete und heute Bürgermeister eines Dorfes ist und der seine damalige Frau bis in die geschlossene Psychiatrie gebracht hatte mit seinem alles andere als vernünftigen Verhalten. Auch er kontrollierte sie auf Schritt und Tritt, ging selbst reichlich fremd und auch bei ihm riecht es sehr nach Narzissmus. Wie den Chirurgen kann man diesen Mann zur Mittelschicht zählen und beide „spinnen“ nicht erst seit kurzem. Mittelschicht sagt nichts über psychische Gesundheit.

    Wie weit verbreitet die narzisstische Persönlichkeitsstörung genau ist, bleibt offen. Von bis zu 5% ist die Rede. Und Studien zeigen: Menschen mit dieser Störung sind überdurchschnittlich vertreten unter führenden Köpfen in Unternehmen (CEOs), unter Anwälten, Polizisten, Geistlichen, Köchen, Verkäufern – und unter Chirurgen, Beamten und Journalisten. (Quelle) Überall, wo es um Macht, Einfluss, Anerkennung und Geld geht, sind die Chancen am Größten, auf einen Narzissten zu treffen.

    Und auch ein psychisches Steckenbleiben im Kindesalter (Infantilität) durch wenig hilfreiche Eltern und/oder traumatische Erlebnisse kann dazu führen, dass man sich mit der Realität schwer tut und nicht mit sich diskutieren lässt. In dem Fall kann das Eintreten für Mythen dem verletzten Ego Flügel verleihen: Endlich weißt DU, wie der Hase läuft. DU bist der Clevere und alle anderen sind nur blinde Schafe.

    Wer psychische Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen bei Erklärungsversuchen für auffälliges Verhalten beiseite lässt, wird immer scheitern. Das gilt für Prominente genauso wie für die Namenlosen. Wer hinter Klopapier hortenden Menschen einfach nur durchgeknallte Egoisten sieht und sich nicht z.B. mit Angststörungen befasst, wird immer nur die Augen rollen können und nichts verändern.

    Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

    Die Anhänger von Verschwörungsmythen leben gedanklich in einer Welt, die es so überhaupt nicht gibt, aus unterschiedlichen Gründen. Sie blenden Fakten aus, ignorieren sie, nehmen sie mit „Das brauchst du mir gar nicht erst erklären wollen“ von vornherein nicht zur Kenntnis.

    Das verbindet sie mit dem großen Teil der Gesellschaft, nicht zuletzt Politikern und Wirtschaftsvertretern. Jahrzehntelang haben Wissenschaftler mit Fakten vor dem Klimawandel gewarnt, doch diese Fakten wurden weitgehend ignoriert. Für Mutter Erde ist es egal, ob ich etwas leugne oder ignoriere. Erst jetzt, wo es irgendwie heiß unterm Hintern wird, taut der Sinn für die Realität allmählich auf. Nur wer glaubt, dass es bei den Firmenleitungen schlagartig so viel Umdenken gibt wie all die grünen Werbespots verheißen, lebt wieder in einer Parallelwelt. Wer erst die schwedischen Wälder abholzt für seine Geschäftsidee, wird nicht plötzlich feststellen: „War ´ne doofe Idee.“

    Die Ignoranz der Anhänger von Verschwörungsmythen verbindet diese auch mit jenen, die an der Meinungsbildung beteiligt sind und Themen setzen: wieder Politiker und Journalisten. Zu den ausgeblendeten Fakten gehören die offiziell 28% psychisch erkrankten Erwachsenen in Deutschland, 17,8 Millionen Menschen. (Quelle) Kein Wort darüber in Bundestagsgeneraldebatten, in denen es um die brennenden Themen dieser Zeit geht. Kein Wort darüber in Wahlkämpfen. Kein Wort in wöchentlichen Talkshows von Anne Will bis Frank Plasberg. Erst wenn 28% eine populistische Partei wählen, ist diese Zahl offenbar groß genug, um Beachtung finden zu können, um rund um die Uhr darüber zu sprechen und über die angebliche Spaltung der Gesellschaft zu jammern. Für die 26% psychisch Erkrankten unter den 18- bis 25-Jährigen (Quelle) gilt das Gleiche:

    26% der jungen Erwachsenen verlassen psychisch erkrankt ihr Elternhaus.

    Ignoranz pur. Nicht einmal in den vier Amtsjahren von Donald Trump bekam das Thema Narzissmus den Platz, den es verdient hätte. Da wurde von einem machtgeilen, menschenverachtenden Dummkopf gesprochen, obwohl die narzisstische Persönlichkeitsstörung eine viel bessere Erklärung für sein Verhalten geboten hätte. Immer wieder nur Haare raufen, klischeehafte Erklärungsversuche, Faktenchecks und die Erfindung des Wortes „Trumpismus“, als hätte es für sein Tun einen eigenen Begriff gebraucht.

    Wer sich je von einem Narzissten getrennt oder eine solche Trennung im Freundeskreis hautnah miterlebt hat, der wird die Zeit nach der Präsidentschaftswahl im November 2020 mit einem Schulterzucken vernommen haben. Denn genau so läuft eine Trennung von einem Narzissten: Er akzeptiert sie nicht, egal, wie klar du ihm das Ende der Beziehung ins Gesicht schreist. Er manipuliert das Umfeld, um sein Eigentum doch noch behalten zu können, er stalkt, er schweift vom eigentlichen Thema meilenweit ab, stellt sich keiner wirklichen Diskussion. Aber nein, es wurde geschwafelt von Angriffen auf die Demokratie, welche sich wehrhaft zeigen müsse. Wie jeder Appell an die Vernunft klingt eine solche Floskel wunderbar erhaben und staatstragend, nur bringt sie überhaupt nichts. Das sollten wir aus gescheiterten Kampagnen wie „Keine Macht den Drogen“ gelernt haben – doch wir lernen nichts.

    Ähnliches Bild beim Attentäter von Hanau: Wieder wurde von Politikern und Journalisten eine klare Trennlinie gezogen zwischen Extremismus und psychischer Erkrankung. Als würde die Erkrankung sich nur in den heimischen vier Wänden abspielen und außerhalb ist man dann ein stinknormaler, von der Vernunft oder Unvernunft geleiteter Extremist. „Krank oder nicht, das ist Rechtsterror“, so der Kommentar eines ntv-Journalisten. (Quelle) Und damit ist das Thema durch. Ignoranz pur. Sein Satz über psychisch Erkrankte „Solche Menschen gibt es, vielen kann geholfen werden“ weist darauf hin, dass er keinerlei Erfahrungen mit diesen Menschen haben kann.

    Wenn der Mörder von Regierungspräsident Lübcke über seinen prügelnden und trinkenden Vater und seine Kindheit spricht, will er ja nur auf Mitleid machen. Wir hören nicht hin, weil uns die Moral der Geschichte nicht gefallen würde, die da lautet: Aus Opfern werden immer wieder Täter. Man suche nach einem Serienmörder, in dessen Kinderzimmer es keine Gewalt gab. Aber klar: „Das ist noch lange kein Grund, jemanden umzubringen!“ So einfach ist die Welt, wenn man einfach wegschaut. Thema beendet.

    In einem Artikel bei web.de Anfang 2021 wurden unter der Überschrift „Zum 65. Geburtstag von Mel Gibson: Superstar und Hollywood-Rüpel“ dessen filmische Erfolge und Skandale aufgezeigt, versehen mit den Sätzen: „Immer wieder muss Gibson dementieren und sich entschuldigen, er verweist auf eine diagnostizierte Bipolare Störung und seinen Alkoholismus, um seine wiederholten Ausfälle zu entschuldigen. Auch wenn es aufgrund der Vielzahl der Vorfälle immer schwerer wurde, ihm aufrichtige Reue abzunehmen, gelang Gibson das Comeback in Hollywood.“ (Quelle) Schon das Wort „Rüpel“ in der Überschrift zeigt, wie viel Aufklärungsarbeit bei Journalisten nötig ist, damit sie in der Realität ankommen. Wieder klingt es nach „Der will sich ja nur rausreden.“ Wer sich den Film „Der Biber“ mit Gibson anschaut und seine bipolare Störung im Hinterkopf hat und Menschen mit dieser Erkrankung selbst erlebt hat, der weiß, warum er dort verdammt überzeugend wirkt.

    Das heißt: Politiker und Journalisten leben in einer Welt, die es so überhaupt nicht gibt. Sie blenden einfach Fakten aus, ignorieren sie, nehmen sie mit „Das brauchst du mir gar nicht erst erklären wollen“ von vornherein nicht zu Kenntnis. Sie sitzen also mit den von ihn verachteten und getadelten Verschwörungsmythen-Anhängern in einem Boot.

    Verstehen statt Entschuldigen

    Nein, es geht nicht darum, Ausreden oder Entschuldigungen für sprachlos machendes Verhalten wie Extremismus, Hass u.ä. zu suchen. Es geht auch nicht darum, Verständnis für die Täter einzufordern und die Opfer in den Hintergrund zu stellen. Es geht darum, die Gründe für Extremismus und Hass und das Verbreiten von Mythen zu verstehen und daraus zu lernen, was man dagegen machen kann.

    Und in vorderster Linie muss es darum gehen, neue Opfer zu verhindern anstatt immer wieder Särge aufzubahren und Betroffenheit in den gleichen Floskeln zu erklären. Wer die Geschichten der Täter ignoriert, weil ihm deren Moral nicht gefällt, wird keine neuen Opfer verhindern. Mein Vater war ein Arsch, aber wie jeder Arsch war er selbst als Kind Opfer. Ich verzeihe ihm nicht, ich vergebe ihm nicht, weil ich nicht in diesen Kategorien denke. Ich verstehe es einfach, weil ich inzwischen seine Geschichte kenne und Dutzende Geschichten anderer und kann dadurch meinen Frieden mit ihm finden. Und die Lehre aus seiner Geschichte und denen all der anderen ist für mich:

    Wer keine Täter will, muss dafür sorgen, dass es keine neuen Opfer gibt.
    Erkenntnis aus rund 100 Geschichten aus der realen Welt von realen Menschen

    Aus den Geschichten lernen

    Und es geht auch nicht darum, psychisch Erkrankte zu Sündenböcken für das Unheil dieser Welt zu machen, sondern zu schauen, wie diese Erkrankungen und Störungen entstehen, sich auswirken und was man daraus lernen kann. Nicht aus philosophischen Theorien, sondern aus den Biografien ganz konkreter Menschen. Ich habe in den letzten 10 Jahren durch viele Geschichten verstanden:

    Was lehrt uns das?

    Wenn Eltern ihre Kinder kaputtmachen, bekommt das Selbstbewusstsein keine Chance, gesund zu wachsen. Dieses Kaputtmachen muss nicht Gewalt und Missbrauch bedeuten, auch „einfache“ Vernachlässigung oder das Halten im goldenen Käfig ist Gift für ein gesundes Ego. Manche haben in den Augen von Mutter oder Vater schon bei ihrer Geburt versagt, weil sie mit dem falschen Geschlecht geboren wurden. Dieses Gift ebnet den Weg hinein in psychische Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und damit auch in die Welt von Verschwörungsmythen, in Wut, Hass, Extremismus, Rassismus. Mir ist bisher niemand begegnet, dessen bipolare Störung, Depression, Angst- oder Zwangsstörung, Narzissmus, Infantilität, Histrionie oder anderweitige Erkrankung/Störung aus dem Nichts kam. Immer führte die Spur in eine alles andere als kindgerechte Kindheit. Wer also Menschen beleidigt, die Verschwörungsmythen verbreiten, wird sehr wahrscheinlich auf einstige Opfer im Kinderzimmer verbal einschlagen.

    Wer etwas gegen deren Verbreitung unternehmen will, ob Journalist, Politiker, Comedian, Kommentator oder einfach als Mensch, der darf nicht länger die Millionen Geschichten ignorieren, die hinter den Zahlen stehen. Und der muss sich dafür einsetzen, dass Kinder in einem psychisch gesunden Elternhaus aufwachsen und der Glaube an die selbstverständliche Mutterliebe aufhört. Nicht X- und Y-Chromosom entscheiden, wer Opfer und wer Täter ist, sondern wie groß die Schäden sind, die in der Kindheit erlitten wurden. Wird dieser Zusammenhang weiterhin ignoriert, behält Gandhi weiterhin recht: „Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“

    Das böse Erwachsen

    Ein weiterer Grund, warum ich jedem Politiker und Journalisten ans Herz lege, sich mit dem Thema zu befassen: Die Welle nach den Wellen wird kommen, nämlich die Welle psychischer Erkrankungen nach der Pandemie. Dann wird Ahnungslosigkeit endgültig keine Option mehr sein können. Stress, vor allem lang anhaltend, ist immer wieder der letzte Sargnagel und finanzielle Ängste sind purer Stress, das erlebe ich selbst. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen hätte es viel weniger Stress geben brauchen. Auch das ständige „Hilfe kommt!“ mit anschließender Ernüchterung und der Kampf durch Papierberge wird viel kaputtgemacht haben. Dazu die Mütter und Väter, die ihre Macht an den eigenen Kindern zeigen müssen und eine weitere Generation psychisch erkrankt aus dem Kinderzimmer entlassen.

    Diese Welle wird den bereits vorhandenen hohen Wasserstand noch überlagern. Diese Welle trifft auf eine Gesellschaft, die nicht weiß, wie man mit psychisch Erkrankten umgeht und in der Krebs besser ist als Depression. Als Krebserkrankter wird dir der Arsch gepudert, als Depressiver bist du der faule Arsch, der einfach nicht arbeiten will. Das sind nicht meine Worte, sondern von zwei Frauen, die beides erlebt haben und dies unabhängig voneinander beschrieben. (Ein Artikel dazu ist weiter unten verlinkt.)

    Diese Welle trifft auf ein Gesundheitssystem, welches schon vor Corona beim Thema psychische Erkrankungen heillos überlastet und selten hilfreich für Erkrankte war. Auf Plätze bei Psychologen, Psychiatern oder in Kliniken mussten dringend nach Hilfe Suchende Monate bis Jahre warten – wenn sie überhaupt noch in eine Praxis reinkamen.

    Und dieses Gesundheitssystem zeichnete sich aus durch psychiatrische und psychosomatische Kliniken in den Händen von Investoren, bei denen nicht das Wohl der Patienten im Vordergrund steht, wodurch die Qualität spürbar nachgelassen hat – Aussagen von Patienten. Es zeichnet sich aus durch frustrierte Psychologen und Psychiater, die nicht mehr in Kliniken arbeiten konnten, weil sie den Druck von Kranken- und Rentenversicherungen nicht mehr ertragen konnten – Aussagen der Therapeuten und Ärzte. Diese Versicherungen diktieren die Entlassberichte und die Therapeuten müssen machtlos zuschauen, wie ihre Chefs die Berichte zulasten der Erkrankten und zugunsten der Geldgeber, also der Versicherungen, verfassen. Wer je so einen Entlassbrief lesen durfte und den Erkrankten kennt, der wird wissen, dass das nichts mit Verschwörungsmythos zu tun hat. Das fängt bei puren Fakten an, die einfach falsch wiedergegeben werden. Die Versicherungen und Klinikführungen können darauf bauen, dass sich kaum einer wehrt, dazu fehlt den Erkrankten zu oft die Kraft. Und wer legt sich schon mit solch mächtigen Instanzen an …

    Spätestens dann, wenn diese Welle so richtig sichtbar wird, wird es sehr schwer werden, das Thema und derartige Missstände weiterhin zu ignorieren. Aber wie immer kommen wir erst aus dem Arsch, wenn wir im selbigen sind.

    Die Welt wird für dich viel mehr Sinn ergeben, wenn du die Theorie vergisst, der Mensch werde von Vernunft geleitet.
    Nicht leicht zu schlucken, ich weiß.

    Kein einfaches Rezept

    Wer von der Spaltung der Gesellschaft redet, sollte sich auf die Suche machen nach dem, was alle verbindet: Politiker, Journalisten, Verschwörungsmythenanhänger – Menschen. Diese Suche sollte in der eigenen Geschichte beginnen. Wer den realen Geschichten zuhört und das Verbindende findet, wird merken, dass man Erwachsene nicht umerziehen kann, nicht mit Kampagnen gegen Hass, nicht mit #MeToo, nicht mit Black Lives Matter und nicht mit Gender-Sprache. (Und mir ist klar, dass auch ich nun wieder an die Vernunft appelliere gegen jede Vernunft.) Diese Bewegungen brechen das viel zu lange Schweigen und zeigen, wie sehr ein Thema brennt, aber sie werden nichts in den Köpfen verändern.

    Wer das Verbindende findet, hat endlich den Schlüssel gefunden zum Kampf gegen psychische und physische Gewalt gegen Kinder, Frauen, Männer – Menschen, gegen Drogenmissbrauch, Hass, Populismus, Rassismus, Krieg, Diktaturen, Klimawandel, Umweltzerstörung, Spaltung in Arm und Reich.

    Ich weiß, das klingt nach einer viel zu einfachen und damit populistischen Lösung für all diese Probleme. Doch keine Sorge: Das mangelnde Selbstbewusstsein wird sich nicht von heute auf morgen in den gesunden Bereich heben lassen. Es wird eine Generationenaufgabe sein und eine wirklich soziale Marktwirtschaft brauchen, in der nicht sinnloser Konsum das Geld im Umlauf hält und soziale Berufe nicht als notwendiges Übel betrachtet werden, sondern die Hauptrolle spielen. Eben eine soziale Marktwirtschaft.

    Gegen den Shitstorm

    Wer diesen Text als Brandmarken von Bipolaren versteht und den Shitstorm eröffnen möchte: Darum geht es überhaupt nicht. Ich möchte nicht mit Katharinas Mann tauschen, sehe ihn als Opfer der Erkrankung und nicht als Täter. Die bipolare Störung gehört für mich zu jenen Erkrankungen, die ich absolut nicht haben möchte. Innerhalb kurzer Zeit kann man sich alles zerstören, was man lange aufgebaut hat, ohne selbst großartig gegensteuern zu können: Familie, Firma, Freundeskreis, Leben. Kati ließ sich scheiden, die Trennung wurde ihr von einer Psychologin empfohlen mit den Worten: „Sonst gehen Sie selbst kaputt.“ Die Kinder nahmen mit zunehmendem Alter immer mehr räumlichen Abstand, seine Firma existiert heute nicht mehr, seine Mum musste längere Zeit selbst in die Psychiatrie, weil sie das Hin und Her nicht verkraften konnte und noch immer nicht kann. Einen Unfall in einer Manie mit 4 Promille überstand er, zwei Millimeter fehlten an einer Querschnittslähmung halsabwärts. Eine geplante Hochzeit mit einer Osteuropäerin scheiterte, weil er in einer weiteren Manie eine zweite Frau in sein Haus geholt hatte.

    Nach dem Ende jeder Manie wacht er auf und sieht den angerichteten Scherbenhaufen, der sich kaum kitten lässt, denn in der anschließenden Depression fehlt die Kraft, um die Scherben zusammendrücken und kleben zu können. Katis Mann konnte sich teils überhaupt nicht erinnern, was er in den Manien angestellt hatte und so geht es auch anderen Bipolaren. Die Schuldgefühle in der depressiven Phase sind umso heftiger.

    Bei Katis Ex scheint wie bei Veronika, die vom Roboter-Angriff sprach, eine Vererbung in der Familie zu liegen. Aber wie bei allen psychischen Erkrankungen braucht es offenbar noch das wenig hilfreiche Elternhaus. Katis Ex haderte immer wieder, dass er trotz erfolgreicher Firma keine Anerkennung bei seinem Vater finden konnte. Seiner Schwester geht es nicht besser: Sie hat die Firma des Vaters übernommen – und der jammert, dass er doch gern einen männlichen Nachfolger hätte. Das sagte er auch noch in ihrem Beisein. Wieder wurde das Selbstbewusstsein ab dem Kindesalter kleingehalten und wieder entstand eine psychische Erkrankung.

    Inzwischen sind es Katis Kinder, die die Anerkennung ihres Vaters bräuchten – die Kette setzt sich fort. Die bipolare Störung begann sich deutlich zu zeigen, als Katis Ex am Haus baute. Auch bei anderen Bipolaren bekam ich mit, dass Stress zu manischen Phasen führte, ob Überlastung auf Arbeit durch eine erkrankte Kollegin oder Kündigung der Wohnung durch den Vermieter. Und Corona brachte und bringt verdammt viel Stress.

    Wer diesen Text liest als „Der macht alle Andersdenkenden zu Geisteskranken! Shitstorm!!!“: Nein, das mache ich ganz sicher nicht. Auf der Website und in meinem Buch zeige ich, dass ich niemals Menschen herabsetzen will. Ich will nach all meinen Erfahrungen zeigen, dass jegliches Verhalten einen nachvollziehbaren Grund hat und der hat in den seltensten Fällen etwas mit fehlender Intelligenz zu tun. Wer andere als „Covidioten“ bezeichnet, sollte selbst an seiner Bildung arbeiten und endlich den Geschichten der Millionen zuhören anstatt sie zu ignorieren.

    Mir ist klar, dass man wie bei jedem Thema nicht alle über den berühmten einen Kamm scheren darf und es Ausnahmen unter Politikern und Journalisten gibt. Aber jeder, der in der einen oder der anderen Branche unterwegs ist, weiß doch bestens: Mit allzu differenzierten Texten bekommt man maximal stilles Kopfnicken. Wenn du aber von der Zerstörung einer Partei sprichst und ein schrilles Äußeres hast, dann regt man sich erst über dich auf und befasst sich danach mit dem, was du gesagt hast.

    Und wenn ich mit der Lupe nach den Ausnahmen unter Journalisten und Politikern suchen muss, dann hat das Thema aus meiner Sicht überhaupt nicht die Aufmerksamkeit, die es braucht. Bei Millionen Betroffenen kann psychische Gesundheit kein Nischenthema sein. Und solange 19% der Deutschen glauben, Depressionen ließen sich mit Schokolade und Zusammenreißen wegatmen, sind wir noch mittendrin in einer Welt, die es so nicht gibt. (Quelle)

    Sollte ich oberlehrerhaft erscheinen, ist das nicht meine Absicht. Ich bin einfach die ständige Wiederholung leerer Phrasen leid, während es in den Kinderzimmern seit Jahrzehnten brennt und ich in meinem Umfeld genug Menschen habe, denen ich Gehör und Hilfe verschaffen möchte, anstatt Suizide befürchten zu müssen.

    Teil 2: So wahr mir die unsichtbare Macht helfe.
    Warum ich kein Fan zu vieler Wahrheiten bin.

    Dieser Artikel basiert auf meinem Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ und ist nur ein klitzekleiner Einblick in dieses. An Dutzenden Biografiesplittern zeige ich, warum wir wie ticken und was uns alle verbindet.

    In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

    Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

    Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

    Das Buch gibt es bei bod.de, bei Amazon, genauso bei allen anderen Onlinehändlern. Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen. Die ISBN: 9783 7557 0721 9. (Da sich bisher kein Verlag interessiert hat, werden keine Exemplare zum Mitnehmen rumliegen, deshalb bitte vorerst direkt im Laden bestellen.)

    #MeineStimmeGegenIgnoranz

    #MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
    MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

    1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

    Weiteren Lesestoff findest Du hier:

    • „Was macht Dich denn bitte zum Experten?!“
      Du bist Dir unsicher, was mich zu einer glaubhaften, seriösen Quelle macht? Fragst Du Dich, was mich zum Experten macht? Nichts.
    • Schrödingers Sophie
      Sophie lebt – und ist tot. Was besser ist für sie? Ich weiß es nicht.
    • Mach, was Meggie macht.
      „Da war nichts.“ Meggie hatte eine schöne Kindheit, dennoch geht es ihr schlecht. Warum?! Dann erwacht der Elefant.
    • Sei fleißig, dann stirbst du.
      „Ich habe mich gefreut, wenn Papa fünf Minuten Zeit für mich hatte.“ Jens hat den Arbeitseifer seines Vaters geerbt und wird in sechs Jahren sterben.
    • Wer Musk und West verstehen will, muss die bipolare Störung verstehen
      Elon Musk, Kanye West, Mel Gibson – denen ist doch allen der Erfolg zu Kopf gestiegen! Die spinnen doch einfach nur! Willst du mit ihnen tauschen?
    • Was Vater & Sohn verbindet, trennt sie
      „Warum hat er mich nicht lieb? Bin ich einfach ein Nichts?“ Diese Fragen stellt sich Katis jüngerer Sohn und denkt dabei an seinen Vater.
    • Herr Doktor tötet seine Kinder
      Suizid kann Freiheit bedeuten. 2020 hat Ulli die erste freie Entscheidung seines Lebens getroffen. Dieser Neubeginn bedeutete seine Freiheit. Und sein Ende.
    • Das Märchen von der selbstverständlichen Mutterliebe
      Saskia gibt mit Ü40 die Hoffnung nicht auf, von ihrer Mum ein nettes Wort für ihr Dasein zu hören. Bettina bekam mit 20 ein Kind, um ihrem Elternhaus zu entkommen – und lebt seitdem in den gleichen Verhältnissen.
    • Woher kommt Hass?
      Natascha Kampusch als Hassobjekt?! Das macht keinen Sinn – doch beim Zuhören erklärt sich auch beim Thema Hass, wie sich unsere „Special Effects“ entwickeln.
    • Wie entsteht Sucht?
      Annie ist 16, 1,70 m, 40 kg. Ihr Vater versteht nicht, warum sie nicht einfach mehr isst. Er selbst steckt jeden Monat 500 Euro in sein Onlinespiel. Annies Mutter vermeidet Diskussionen mit ihm über ihr Rauchen. Verstehen des jeweils anderen? Fehlanzeige.
    Die Familie – Erfahre mehr über uns.

    #metoo (1) 2020 (2) 2022 (2) 2024 (2) abschied (1) Aluthutträger (2) Aurelie Joie (10) Ballast (2) beziehung (1) bipolare störung (3) bipolare Sörung (2) Bundestagswahl 2021 (1) corona (3) Covidioten (2) Depression (4) freiheit (2) gefühle (10) gendern (4) Hass (3) hilflosigkeit (3) interview (1) Journalismus (5) kampagnen (1) Kindheit (4) Krankenhäuser sind Hurenhäuser (1) liebe (2) manie (3) meinestimmegegenignoranz (19) Mel Gibson (1) missbrauch (2) Mutterliebe (1) narzisst (5) Politiker (3) psychische Erkrankungen (11) selbstverletzung (2) selbstzweifel (2) Spaltung der Gesellschaft (1) Sucht (1) tot (3) Vater & Sohn (2) Vernunft (1) verrückt (22) verschwörungsmythen (3) verständnis (4) wird nicht besser (3)

    Quellen:

  • #verrückt – Seit Robert Enke: Nichts dazugelernt

    #verrückt – Seit Robert Enke: Nichts dazugelernt

    Auszug aus dem Buch: „Verrückt – ein Aufschrei. Warum es keine Spaltung der Gesellschaft gibt und weshalb wir uns dringend um diese kümmern müssen.“


    Im Folgenden geht es nicht um Fußball, auch wenn es den Anschein machen dürfte, sondern um Menschen, die zufällig Fußball spielen bzw. gespielt haben und wie man mit ihnen nach wie vor umgeht. Mich würde es deshalb freuen, wenn auch Nicht-Fans am Ball bleiben. (Allein dieses Wortspiel macht doch Appetit auf mehr, oder? :))

    Nach dem Suizid von Fußball-Torwart Robert Enke 2009 war die Betroffenheit groß: „Wer konnte das denn ahnen …“ – die wohl häufigste Reaktion nach Selbsttötungen. Viel wurde diskutiert über Druck und seelische Belastung im Profisport.

    2019 sieht Jörg Schmadtke, einst Sportdirektor bei Enkes Verein Hannover 96, im Gespräch mit der Welt am Sonntag kaum Veränderungen: „Nicht bei den Medien, nicht bei den Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen. Der Druck ist nach wie vor groß … Ich habe keine großen Veränderungen im Fußballgeschäft feststellen können. Aber auch nicht in der Gesellschaft an sich. … Es geht immer höher, immer weiter. Man müsse auch mal sagen können: Bis hierher ist es gut. Das reicht.“(Quelle)

    Enkes damaliger Psychiater Valentin Markser zog im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland eine ebenso ernüchternde Bilanz: „Das System ist leider noch auf dem Stand von 2009. Es scheint so, als ob es eine unheilvolle Allianz im Leistungssport gibt, die den dringend benötigten Aufbruch zur besseren Behandlung von seelischen Krankheiten verhindert.“(Quelle) Seiner Ansicht nach fürchten die Vereine um das Image ihres Produktes. Sportler und Trainer wollen nicht über ihre Schwächen reden, denn sie sind im fast ständigen Wettkampfmodus. Und die Fans wollen keinen Versager als Idol. Ihnen allen, also Vereinsverantwortlichen, Sportlern, Trainern und Fans, ist eines gemeinsam: Sie wollen von dem Thema wenig wissen.

    Im Sommer 2020 beendete André Schürrle seine Karriere im Profifußball mit nur 29 Jahren. Höhepunkt seiner Laufbahn war der WM-Titel 2014 in Brasilien. Dem „Spiegel“ erklärte er, dass die Entscheidung für den Abschied lange gereift sei. Oft sei er einsam gewesen, gerade „wenn die Tiefen immer tiefer wurden und die Höhepunkte immer weniger“. Die Branche habe ihm nicht gestattet zu zeigen, wie es tatsächlich in ihm aussah: „Man muss ja immer eine gewisse Rolle spielen, um in dem Business zu überleben, sonst verlierst du deinen Job und bekommst auch keinen neuen mehr.“(Quelle) Die Berichte in den Medien trafen ihn teils enorm hart: „Entweder ist man Depp oder Held. Dazwischen gibt es nichts.“(Quelle)


    Alexander Nübel

    Wie polarisierend (einige) Journalisten einschließlich Kommentatoren von Sportübertragungen Jahre nach dem Tod von Robert Enke mit den Helden umgehen und sie zu Deppen machen, zeigte sich u.a. an Alexander Nübel im März 2020. Er stand bis dahin bei Schalke 04 im Tor, bis er zu „Nübel ganz übel“(Quelle) wurde und Platz machen musste für die Nummer 2 des Vereins. Als Fliegenfänger kann man ihn eigentlich nicht bezeichnen, er stand mehrfach im Tor der deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaft.

    Ich hatte mir die Sportschau des 23. Spieltages angesehen. Schalke lag nach 50 Sekunden gegen Leipzig 0:1 zurück. Der Ball wurde aus ca. 25 Metern Entfernung geschossen, flog zunächst nach rechts, drehte dann nach links.

    Der Kommentator sprach von einem Torwartfehler. Auch bei der Zusammenfassung der Sport-Bild, zu sehen bei YouTube, heißt es vom Reporter: „Zugegeben: Der (Ball – d. Red.) blitzt kurz links und geht dann nach rechts – HALTEN muss er den allemal. Schon in der ersten Minute Nübel psychisch hart angeknockt.

    Muss er den halten? Klar, der bekommt schließlich Millionen und macht den ganzen Tag nichts anderes außer Bälle fangen!

    Ich habe nie in einem Tor gestanden, deshalb kann ich mit dem Wissen von Kommentatoren, die das beruflich machen, nicht mithalten. Mir bleibt nur die Möglichkeit, mein Mathematiker-Gehirn zu aktivieren – und meinen Verstand. Laut dem Sport-Bild-Video hatte der Ball eine Geschwindigkeit von 95 km/h. Für die 25 Meter bis ins Tor brauchte er damit knapp eine Sekunde. An welchem Punkt der Ball seine Flugbahn von rechts auf links genau veränderte, kann ich nur schätzen. Gehen wir von der Hälfte der Strecke aus, dann bleibt dem Torwart, der sich nach rechts bewegte, noch eine halbe Sekunde, um anders zu reagieren.

    Dummerweise blinken heutige Bälle noch nicht rot auf ab dem Moment, an dem sich die Bahn verändert. Klar weiß man nach dem Einschlag ins Tor, dass die Murmel geeiert ist. Aber hinterher ist man immer schlauer – Fußball lebt von Klischee-Sätzen. Selbst wenn der Ball bei 12 m blutrot aufgeleuchtet und dazu ein ohrenbetäubendes Signal abgesetzt hätte, wären dem Torwart noch 0,5 Sekunden geblieben als Reaktionszeit. Das Leuchtsignal hätte vom Gehirn registriert werden und der Arm von Nübel sich in die andere Richtung bewegen müssen. Boxer schlagen mit 10 bis 16 Metern pro Sekunde zu(Quelle). Also könnte ein boxender Torwart in einer halben Sekunde mit seinen Händen problemlos 5 bis 8 Meter überwinden bei entsprechender Armlänge. An der Geschwindigkeit des Arms würde es also nicht scheitern. Das Problem bleibt eben der Ball, der nicht sagt: „Übrigens: Ich fliege ab sofort in die andere Richtung.“ Dass er das macht, erfährt der Torwart deshalb erst auf den allerletzten Metern. Aus der Reaktionszeit von 0,5 Sekunden werden 0,4, 0,3, 0,2, 0,1. Ja, HALTEN muss er den allemal. Überhaupt kein Problem.

    Am darauffolgenden Spieltag gegen Köln lag Schalke 0:2 zurück, als Nübel der Ball durch Finger und Beine rutschte – 0:3. Der Sport-Bild-Reporter sprach vom vierten dicken Patzer Nübels in dieser Saison, die inzwischen 24 Spieltage alt war. Unerwähnt blieb dabei die Zahl, wie oft er unglaublich gut reagiert hatte. Schalke-Fans riefen: „Nübel raus!“(Quelle) Der 23-Jährige verließ mit Tränen in den Augen den Platz. 23 – um dieses Alter herum findet man viele Menschen in der Psychiatrie, weil sie kaputtgemacht wurden, auch durch Leistungsdruck und Mobbing.

    Ob nur seine „Patzer“ der Grund für den Zorn war oder ob (auch) sein geplanter Wechsel zum verhassten FC Bayern München das Ego der Fans verletzte, wissen nur diese. Sein Trainer David Wagner kündigte einige Tage nach dem Spiel an, dass Nübel als Stammtorwart ersetzt wird, wohl durchgehend bis Saisonende. Begründet wurde dies nicht mit: „Ich muss den Jungen jetzt erst mal aus der Schusslinie nehmen, das hält so ein junger Kerl nicht ewig aus“, sondern mit seinen Leistungen.(Quelle)

    Ja, so kann man Menschen kaputtmachen. Dann werden eines Tages wieder Tränen vergossen, schwarze Binden um Trikotärmel gelegt, Betroffenheit erklärt, von „Da muss sich etwas verändern“ gefaselt und einige Zeit später beginnt das Spiel von vorn: „Du MUSST den halten!“ Ja, du musst nur. Scheiß auf die Gesetze der Physik und menschliche Reaktionszeiten.


    Bist du Torwart? Dann würde mich Deine Meinung interessieren, ob ich hier Quatsch geschrieben habe oder nicht. Aber auch wenn Du aus anderer Sichtweise zum Thema etwas sagen kannst, bin ich neugierig.

    Der Artikel ist eine Auskopplung aus meinem Buch:

    In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

    Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

    Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

    Das Buch gibt es bei bod.de, bei Amazon, genauso bei allen anderen Onlinehändlern. Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen. Die ISBN: 9783 7557 0721 9. (Da sich bisher kein Verlag interessiert hat, werden keine Exemplare zum Mitnehmen rumliegen, deshalb bitte vorerst direkt im Laden bestellen.)

    #MeineStimmeGegenIgnoranz

    #MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
    MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

    1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

    Noch viel mehr Lesestoff zum Buch „Verrückt – ein Aufschrei“ findest Du hier:

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