Mein liebes Leben

Du und ich, wir wurden zwangsläufig zu Weggefährten. Ich wurde nicht gefragt, ob ich Lust hätte, mit dir verkuppelt zu werden. Ich war einfach irgendwann auf diesem Planeten und du, mein liebes Leben, nahmst mit mir deinen Lauf, beginnend mit dem Laufenlernen. Da ich nicht geplant hatte, geboren zu werden, hatte ich auch keine Pläne, was danach passieren sollte. Deshalb kann ich auch nicht sagen: „Das hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt.“

Wir hatten es selten leicht miteinander, du und ich. Von Liebesbeziehung konnte kaum die Rede sein. Du hast mich Dinge erleben lassen, die du dir getrost hättest sparen können, auch wenn ich inzwischen weiß, dass andere noch viel größere Arschkarten gezogen haben. Eine Zeit lange dachte ich, du wärst altersmilde geworden, hättest dein Pulver verschossen oder es wäre nass geworden. Weil ich dich kannte, traute ich hin und wieder diesem Frieden nicht so recht. Aber die Gedanken verflogen schnell und klar, irgendwann würde etwas passieren, das gehört zu dir, Leben.

Dann hast du mich am Kragen gepackt und seitdem durch 2019 geschleift, vom 4. Januar an. Am Anfang dachte ich noch, dass es nicht mehr schlimmer werden würde, der Tiefpunkt sei bereits erreicht. Doch bald darauf sagte ich: „Das war noch nicht alles. Da kommt noch mehr.“ Ja, ich kenne dich wohl zu gut, mein liebes Leben. Du hast mich weiter gezogen und vor dir her getrieben, mir kaum eine Pause zur Erholung gegönnt. Du hast dich verbrüdert mit deinen Artgenossen und hast auch mit anderen in meiner Nähe dieses Spiel getrieben. Penibel hast du darauf geachtet, dass nur das Drama und Ernüchterung auf dem Weg lagen. Was auch immer hätte gelingen können, hast du ferngehalten. Im Gegenteil, du hast auch kleinste Rettungsanker entfernt. Würde mich jemand fragen, was das beste an diesem Jahr war: Ich wüsste keine spontane Antwort.

Mangelnde Konsequenz kann ich dir nicht vorwerfen. Was ich nicht verstehe: Wozu das alles? Ist es ein Belastungstest, ab welchem Druck ich nachgebe und die Scheidung einreiche? Werden auch die anderen getestet, wann sie zerbrechen? Ist es als Strafe gedacht? Wenn ja: Wofür? Ich bin für konstruktive Kritik offen, du darfst es mir gern verraten. Mein Gewissen ist eigentlich recht rein, aber vielleicht habe ich etwas übersehen. Oder ist das alles nur dazu da, um ein wahnsinnig gutes neues Jahr würdigen zu können? Solche Wendungen kenne ich nicht von dir, du würdest mich damit wirklich überraschen und ich traue es dir nicht wirklich zu.

Also verrate es mir: Warum das alles? Warum 2019? Schreibs an den Himmel oder schick mir eine PN, Datenschutz ist egal. Ich will es einfach nur verstehen. Klartext, kein Rumgeeier. Wenn du mir kündigen willst: Sags. Aber lass mich nicht länger am langen Arm verhungern, mein liebes Leben.

Weitere Tagebuchseiten, in die Du gern reinschauen darfst:

  • Brief an Dich
    Du trägst mich auf deinen Schultern durch gute und schlechte Zeiten. Wir haben keine Liebesbeziehung, sind eine Zweckgemeinschaft mit gewissen Vorzügen.
  • Ein Witz
    In mitten des Ozeans sinkt nach heftigen Stürmen ein Boot ganz langsam. Der Mann darin ist erschöpft, er bekommt den Kahn einfach nicht mehr leer, so sehr er sich bemüht. Ein zweites Boot nähert sich, der Mann schöpft Hoffnung – Rettung in Sicht nach langer Zeit. Der andere Mann kommt immer näher, grüßt kurz, schaut: „Ich bin Tischler. Das Holz sieht noch richtig gut aus.“ Der Untergehende seufzt: „Und dennoch sinke ich.“ Der Tischler schaut noch einmal: „Hmm. Also am Holz kann es nicht liegen.“ Dann greift er in seine Ruder und verschwindet langsam im Nebel. Drei Tage später taucht… Ein Witz weiterlesen
  • Über Tote sagt man nichts Schlechtes
    Über Tote sagt man nichts Schlechtes. Wenn dir also nichts Positives einfällt, dann musst du schweigen. Doch jedes Leben erzählt eine Geschichte.
  • Die immer gleiche Geschichte
    Du weißt, wie wahre Liebesgeschichten beginnen. Dies sind einige von ihnen.
  • Das kleine Mädchen und die Scherben
    Würdest du das kleine Mädchen, das du einst warst, vor all den Scherben bewahren, durch das es laufen musste? Nein.
  • #verrückt: Mein Ruheplätzchen
    Stille ist Luxus. Im Wald kannst du sie finden, kannst nackt herumrennen. Doch nun weicht die Stille der Sprachlosigkeit.
  • Der Stein vor mir.
    Vor mir liegt ein Stein. Kein kleiner Kiesel. Er lässt mich nicht vorwärts kommen – oder schützt er mich?
  • Mein liebes Leben
    Wir hatten es selten leicht miteinander, du und ich. Von Liebesbeziehung konnte kaum die Rede sein, mein liebes Leben.
  • Hör auf mit dem Scheiß
    Wenn dein Ego nie wachsen konnte, ist es dir eben egal, wie ehrlich ein „Ich liebe dich“ ist. Hauptsache, du bekommst es zu hören.
  • Von Worten und Narben
    „Die langen Ärmel ihrer Bluse rutschten nach unten, als sie in ihrer Freude die Hände noch oben riss. Er sah ihre Narben am Handgelenk …“ – Wie geht es wohl weiter?

Der Zuhörer

Jeder Mensch hat zwei Ohren. Nur was wir damit anfangen, ist recht unterschiedlich. Umso erleichternder ist es in Krisenzeiten, wenn du jemanden findest, der zuhören kann. In den letzten Jahren lernte ich, dass dies offenbar meine Superkraft ist. Diese biete ich Dir hier an.

#MeineStimmeGegenIgnoranz

#MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

Leseproben aus den Büchern und neue Ideen im Entstehen bringt Dir hin und wieder die digitale Brieftaube.

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In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

Das Buch gibt es bei bod.de, Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen.

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Von Thorben Sonnestrant

Zuhörer, Aufschreiber, Bildermacher

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