Hör auf mit dem Scheiß

Liebe heilt alles.

Liebe zähmt den Bad Boy, macht ihn zum einfühlsamen Romantiker. Liebe heilt Kindheitstraumata eines gefühlskalten Milliardärs. Liebe ersetzt Lithium bei Menschen mit bipolarer Störung. Ja, Liebe kann DAS, woran sich Psychologen, Psychiater und Therapeuten die Zähne ausbeißen. Ganz sicher.

Die Bad-Boy-Bücher lesen sich toll, oder? Und wenn am Ende von „Silver Linings“ Jennifer Lawrence und Bradley Cooper verliebt strahlen, ist die Welt doch wieder in Ordnung. Das muss halt auch so sein in einer romantischen Komödie, las ich in einer Kritik. Bei einer Autorin von Bad-Boy-Büchern las ich auf die Frage, ob sie sich selbst auch einen solchen Typ Mann wünscht, den sie zähmen könnte: „Wünscht sich das nicht jede Frau?!“

Muss halt so sein, schließlich wollen Leserinnen um jeden Preis ein Happy End. Ein Buch ohne glücklichen Ausgang zu schreiben, ist ein viel zu großes Risiko, denn dann verkaufst du kein zweites. Und wenn das eigene Leben schon nichts hergibt, was happy macht, dann muss doch wenigstens die Welt der Bücher und Filme etwas hergeben, was das Herz wieder rot streicht.

Du liest, du siehst und du lernst daraus: Der Bad Boy kann sich DOCH zähmen lassen. Der Bipolare wird geheilt, wenn du nur lange genug sein Hin und Her zwischen Manie und Depression aushältst. Der Narzisst wird früher oder später erkennen, dass er wahre Gefühle hat, also kämpfst du mit ihm, bleibst bei ihm, erträgst seine Verletzungen – das Happy End ist doch garantiert!

Eine Bekannte ist mit einem Narzissten zusammen, seit einem Jahr. Einmal mehr hatte sie es satt, sich ständig für harmloseste Dinge rechtfertigen zu müssen: „Was machst du? Mit wem warst du unterwegs? Ihr habt euch doch bestimmt geküsst?! Nun sag schon!“ Sie hatte den Käfig verlassen, er wollte es nicht akzeptieren, drehte am Rad, bedrängte sie. Sie heulte, hatte Angst.

Zwei Wochen später fliegen wieder die virtuellen Herzen hin und her. Denn jetzt habe er ja begriffen, dass er sie nicht so behandeln könne. Liebe macht alles möglich. Sei geduldig und am Ende wird alles gut. Ein Narzisst legt seinen Narzissmus ab, weil er endlich verstanden hat. Was Psychologen nicht schaffen, schafft die Liebe. Denn so steht es in den Büchern und so siehst du es in den Filmen. Von Figurenentwicklung wird dann gesprochen.

Wie die Geschichte der Bekannten weitergehen wird, steht fest: In wenigen Wochen wird alles genau wieder so sein wie kurz vor dem Trennungsversuch. Denn er ist ein Narzisst. Ein überzeugender Schauspieler, der genau das aufführt, was sie hören will. Wenn dein Ego nie wachsen konnte, ist es dir eben egal, wie ehrlich ein „Ich liebe dich“ ist. Hauptsache, du bekommst es zu hören. Aber der Rückfall in seine alte Rolle ist unausweichlich, das können dir all jene bestätigen, die mit einem Narzissten zusammenlebten. Und sie wird wieder heulen und sich als dumm bezeichnen, wie sie es immer macht.

Hör auf mit dem Scheiß, „Ich liebe dich“ zu missbrauchen, nur damit du deinen Besitz absichern kannst, werter Narzisst.

Hör auf mit dem Scheiß, Bücher zu schreiben, in denen schwer bis überhaupt nicht heilbare psychische Störungen und Krankheiten durch die Liebe geheilt werden, werte Autorin.

Und hör auf damit, diese Bücher zu kaufen und daran zu glauben. NICHTS an deinem Leben wird besser, im Gegenteil. Du lernst etwas, was dir schaden, dich krank machen kann und wird: Den Glauben, dass immer alles gut wird und du deshalb alles hinnehmen musst. Vergiss das bitte und schreib deine eigene Geschichte mit einem guten Anfang. Dir zu Liebe.

Der Zuhörer

Jeder Mensch hat zwei Ohren. Nur was wir damit anfangen, ist recht unterschiedlich. Umso erleichternder ist es in Krisenzeiten, wenn du jemanden findest, der zuhören kann. In den letzten Jahren lernte ich, dass dies offenbar meine Superkraft ist. Diese biete ich Dir hier an.

Weitere Tagebuchseiten, in die Du gern reinschauen darfst:

  • Brief an Dich
    Du trägst mich auf deinen Schultern durch gute und schlechte Zeiten. Wir haben keine Liebesbeziehung, sind eine Zweckgemeinschaft mit gewissen Vorzügen.
  • Ein Witz
    In mitten des Ozeans sinkt nach heftigen Stürmen ein Boot ganz langsam. Der Mann darin ist erschöpft, er bekommt den Kahn einfach nicht mehr leer, so sehr er sich bemüht. Ein zweites Boot nähert sich, der Mann schöpft Hoffnung – Rettung in Sicht nach langer Zeit. Der andere Mann kommt immer näher, grüßt kurz, schaut: „Ich bin Tischler. Das Holz sieht noch richtig gut aus.“ Der Untergehende seufzt: „Und dennoch sinke ich.“ Der Tischler schaut noch einmal: „Hmm. Also am Holz kann es nicht liegen.“ Dann greift er in seine Ruder und verschwindet langsam im Nebel. Drei Tage später taucht… Ein Witz weiterlesen
  • Über Tote sagt man nichts Schlechtes
    Über Tote sagt man nichts Schlechtes. Wenn dir also nichts Positives einfällt, dann musst du schweigen. Doch jedes Leben erzählt eine Geschichte.
  • Die immer gleiche Geschichte
    Du weißt, wie wahre Liebesgeschichten beginnen. Dies sind einige von ihnen.
  • Das kleine Mädchen und die Scherben
    Würdest du das kleine Mädchen, das du einst warst, vor all den Scherben bewahren, durch das es laufen musste? Nein.
  • #verrückt: Mein Ruheplätzchen
    Stille ist Luxus. Im Wald kannst du sie finden, kannst nackt herumrennen. Doch nun weicht die Stille der Sprachlosigkeit.
  • Der Stein vor mir.
    Vor mir liegt ein Stein. Kein kleiner Kiesel. Er lässt mich nicht vorwärts kommen – oder schützt er mich?
  • Mein liebes Leben
    Wir hatten es selten leicht miteinander, du und ich. Von Liebesbeziehung konnte kaum die Rede sein, mein liebes Leben.
  • Hör auf mit dem Scheiß
    Wenn dein Ego nie wachsen konnte, ist es dir eben egal, wie ehrlich ein „Ich liebe dich“ ist. Hauptsache, du bekommst es zu hören.
  • Von Worten und Narben
    „Die langen Ärmel ihrer Bluse rutschten nach unten, als sie in ihrer Freude die Hände noch oben riss. Er sah ihre Narben am Handgelenk …“ – Wie geht es wohl weiter?

#MeineStimmeGegenIgnoranz

#MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

Leseproben aus den Büchern und neue Ideen im Entstehen bringt Dir hin und wieder die digitale Brieftaube.

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In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

Das Buch gibt es bei bod.de, Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen.

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Von Thorben Sonnestrant

Zuhörer, Aufschreiber, Bildermacher

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