Von Worten und Narben

Auf der Buchmesse 2017 in Leipzig hörte ich eine erfolgreiche Krimiautorin ungefähr Folgendes sagen:

Wenn die Leute bei RTL sehen, dass bei einer Autopsie das Frühstücksbrötchen auf der Leiche abgelegt wird, dann MUSS das auch in der Realität so sein. Du kannst dann in deinem Krimi nicht von penibel sauberer Arbeit schreiben. Die Leute glauben, was sie sehen.“
Worte aus Erfahrung

Abgesehen von meiner Hoffnung, dass nicht alle so ticken würden, war meine erste Reaktion auf diese Sätze ein Schmunzeln. Gleichzeitig schoben sich meine Augenbrauen aneinander: „Wirklich?!“

Die Macht, die Drehbuchautoren, aber auch Schriftsteller haben, wurde mir wieder bewusst. Wenn du immer wieder den gleichen Verlauf einer Geschichte siehst oder liest, dann kann es in der Realität nicht anders ausgehen. Stell dir ein Löwenrudel und ein süßes Häschen vor: Wie geht es weiter? Du siehst, wie die Löwen dem Hasen an den Kragen gehen, richtig? Der Hase verkriecht sich nicht eilig in das nächste Loch oder lebt an einem ganz anderen Ende der Welt und kennt Löwen nur von großen Postern, auf denen für ein berühmtes Musical geworben wird.

Worte prägen

Liest oder hörst du immer wieder das Gleiche, können dir die Worte für dein eigenes Leben und Leiden Angst machen, dich zum Schweigen bringen über die schwarzen Flecken, die du auf dir trägst:


Würde ein solcher Dialog aber nie vorkommen, weder in Büchern oder Filmen – und vor allem nicht in der eigenen Familie, dem Umfeld, sondern würde er immer einen ganz anderen Verlauf nehmen, wie klein wäre dann im wahren Leben die Hemmschwelle, sich zu öffnen, die schwarzen Flecken zu zeigen?



Der Zuhörer

Jeder Mensch hat zwei Ohren. Nur was wir damit anfangen, ist recht unterschiedlich. Umso erleichternder ist es in Krisenzeiten, wenn du jemanden findest, der zuhören kann. In den letzten Jahren lernte ich, dass dies offenbar meine Superkraft ist. Diese biete ich Dir hier an.

Weitere Tagebuchseiten, in die Du gern reinschauen darfst:

  • Brief an Dich
    Du trägst mich auf deinen Schultern durch gute und schlechte Zeiten. Wir haben keine Liebesbeziehung, sind eine Zweckgemeinschaft mit gewissen Vorzügen.
  • Ein Witz
    In mitten des Ozeans sinkt nach heftigen Stürmen ein Boot ganz langsam. Der Mann darin ist erschöpft, er bekommt den Kahn einfach nicht mehr leer, so sehr er sich bemüht. Ein zweites Boot nähert sich, der Mann schöpft Hoffnung – Rettung in Sicht nach langer Zeit. Der andere Mann kommt immer näher, grüßt kurz, schaut: „Ich bin Tischler. Das Holz sieht noch richtig gut aus.“ Der Untergehende seufzt: „Und dennoch sinke ich.“ Der Tischler schaut noch einmal: „Hmm. Also am Holz kann es nicht liegen.“ Dann greift er in seine Ruder und verschwindet langsam im Nebel. Drei Tage später taucht… Ein Witz weiterlesen
  • Über Tote sagt man nichts Schlechtes
    Über Tote sagt man nichts Schlechtes. Wenn dir also nichts Positives einfällt, dann musst du schweigen. Doch jedes Leben erzählt eine Geschichte.
  • Die immer gleiche Geschichte
    Du weißt, wie wahre Liebesgeschichten beginnen. Dies sind einige von ihnen.
  • Das kleine Mädchen und die Scherben
    Würdest du das kleine Mädchen, das du einst warst, vor all den Scherben bewahren, durch das es laufen musste? Nein.
  • #verrückt: Mein Ruheplätzchen
    Stille ist Luxus. Im Wald kannst du sie finden, kannst nackt herumrennen. Doch nun weicht die Stille der Sprachlosigkeit.
  • Der Stein vor mir.
    Vor mir liegt ein Stein. Kein kleiner Kiesel. Er lässt mich nicht vorwärts kommen – oder schützt er mich?
  • Mein liebes Leben
    Wir hatten es selten leicht miteinander, du und ich. Von Liebesbeziehung konnte kaum die Rede sein, mein liebes Leben.
  • Hör auf mit dem Scheiß
    Wenn dein Ego nie wachsen konnte, ist es dir eben egal, wie ehrlich ein „Ich liebe dich“ ist. Hauptsache, du bekommst es zu hören.
  • Von Worten und Narben
    „Die langen Ärmel ihrer Bluse rutschten nach unten, als sie in ihrer Freude die Hände noch oben riss. Er sah ihre Narben am Handgelenk …“ – Wie geht es wohl weiter?

#MeineStimmeGegenIgnoranz

#MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

Leseproben aus den Büchern und neue Ideen im Entstehen bringt Dir hin und wieder die digitale Brieftaube.

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In 18 Stunden verstehst Du diese irre Welt.

Wer Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten, hinter die Fassade schauen: Warum heiraten wir? Sind Frauen von Natur aus gute Mütter? Was erlebt man bei der Partnersuche? Wem verdanken Elon Musk und Kanye West ihre Erfolge? Was treibt andere Prominente an – und was ist dein eigener Antrieb? Fallen psychische Erkrankungen vom Himmel? Warum steht jemand 5 Stunden unter der Dusche? Wieso glaubt Käpt´n Crazy, die Chinesen würden kommen? Sind Krankenhäuser tatsächlich Hurenhäuser? Warum verheimlicht eine 50-Jährige, dass ihr Vater soff?

Mit den Antworten auf diese Fragen wird unerklärliches Verhalten entzaubert. Kein Hashtag, kein Gendern und keine Kampagne wird diese Welt retten können. Erst wenn wir einsehen, wie wir ticken, kann sich etwas verändern. Komm mit auf eine Reise, die Dich verändern wird!

Das Buch gibt es bei bod.de, Du kannst aber auch beim Buchhändler um die Ecke danach fragen.

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Von Thorben Sonnestrant

Zuhörer, Aufschreiber, Bildermacher

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