Der Stein vor mir.

Vor mir liegt ein Stein. Kein kleiner Kiesel. Schlau werde ich nicht aus ihm. Seit Jahren schiebe ich den Brocken vor mir her. Inzwischen ist er schwerer geworden – oder bin ich heute schwächer? Das Schieben frisst Kraft und ich habe nach Wegen gesucht, ihn aus dem Weg rollen zu können. Doch noch immer liegt er da, bremst und ermüdet mich.

Oder schützt er mich? Ist er mein Schild, an dem all die Pfeile zerschmettern konnten und nur die Splitter konnten ihre Spuren hinterlassen? Würden ohne dem Stein die Narben viel größer sein? Hätten mich die Wunden längst zum Erliegen gebracht? Könnte ich ohne den großen Stein keinen noch so kleinen Stein mehr bewegen? Brauche ich ihn, um wenigstens im Schneckentempo vorwärtskommen zu können? Soll ich ihn als Wegbegleiter akzeptieren? In einer Welt, in der du mit einem Stein, der vor dir liegt, schnell abgehängt bist?

Blättere durch weitere Tagebuch-Seiten:

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    Stille ist Luxus. Im Wald kannst du sie finden, kannst nackt herumrennen. Doch nun weicht die Stille der Sprachlosigkeit.
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    Vor mir liegt ein Stein. Kein kleiner Kiesel. Er lässt mich nicht vorwärts kommen – oder schützt er
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    Ich hab´s geschafft: Ich bin tot. Endlich kann ich machen, was mir Freude am Leben gibt.
Der Zuhörer bietet ein offenes Ohr

Der Zuhörer

„Sollte ich vielleicht nicht schreiben, aber irgendwie „schön“ zu wissen, dass da doch jemand ist, der einen versteht.“ Menschen haben zwei Ohren, doch was man damit anstellt, ist recht unterschiedlich. Dies ist ein Angebot für jene, die ein offenes Ohr suchen, weil sie mit einem Narzissten zusammenleben, das Umfeld nicht mit Depressionen umgehen kann, die beste Freundin oder ein guter Kumpel verrückte Sachen macht …

Buch sucht Öffentlichkeit

Dieses Buch ist keine philosophische Abhandlung, sondern ein Blick hinter die Gardinen. Wer die Menschen verstehen will, muss ihnen zuhören, sie beobachten.
Literaturagenten finden hier das Exposé.

#MeineStimmeGegenIgnoranz

#MeineStimmegegenIgnoranz – leise Version
MeineStimmegegenIgnoranz – laute Version

1,9 Millionen unserer erwachsen gewordenen Kinder verlassen offiziell psychisch kaputt ihr Elternhaus – und es ist uns egal. 28% der Erwachsenen insgesamt gelten als psychisch erkrankt – und es ist kein Thema. Die Gründe für diese Zahlen erklären aber, was mit dieser Welt nicht stimmt. Deshalb braucht das Thema psychische Gesundheit endlich maximale Aufmerksamkeit. Ich wäre Dir wirklich dankbar, wenn Du mit auf die Pauke hauen würdest, denn allein packe ich es nicht. Auch wenn du „nur“ Teil des Chors sein möchtest, dich in den hinteren Reihen verstecken möchtest oder dir die Kraft fehlt zum lauten Singen: absolut kein Problem. Hauptsache, du bist auf irgendeine Weise anwesend. Auch wenn du nur als Teil der Abonnentenzahl auftauchst, ist dem Thema geholfen.

Von Thorben Sonnestrant

Zuhörer, Aufschreiber, Bildermacher

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