Familiengeschichte

Hallo David,

ich hab mitbekommen, dass dich das Thema Vater nicht loslässt – absolut verständlich. Ich versuch mal zu erklären, warum dein Vater seine Kinder praktisch lebenslänglich ignoriert. Ich verstehe absolut, dass du mit ihm reden willst. Das hier wird kein „Du musst deinen Vater bedauern“-Text. Ich hoffe, du kommst mit den Namen nicht durcheinander und wirst wohl alles mindestens zweimal lesen müssen, weil es viel ist und sicher viel Neues für dich drin steht. Aber es ist wichtig, die eigene Familienchronik zu verstehen, wenn man sich selbst verstehen will.

Ich war voriges Jahr acht Wochen in der Psychosomatik-Klinik in Görlitz stationär, hatte dort jede Woche ein Einzelgespräch mit einer Psychologin und dreimal Gruppentherapie pro Woche (da sitzt eine Psychologin und 6-10 Patienten, die sich gegenseitig helfen sollen). Bei JEDEM Patienten ging es am Ende immer um das gleiche Thema: „Ich habe von Vater und/oder Mutter nie Anerkennung/Aufmerksamkeit/Zuneigung/Liebe bekommen.“ Man wird so gut wie niemanden beim Psychologen sitzen sehen, der ein wirklich gutes Elternhaus hatte, wo Mutter UND Vater da waren. Ein guter Elternteil allein reicht praktisch nie. Sobald ein Elternteil seinen Job nicht gut erledigt hat, weil er sich z.B. nach der Trennung nie um seinen Nachwuchs gekümmert hat, muss das Kind das ausbaden. So entstehen praktisch immer psychische Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus.

Du, Julia und Benny baden also jetzt aus, dass sich euer Vater nie für euch interessiert hat. Benny war schon länger beim Psychologen, dir wurde es wohl empfohlen. Julia hätte längst hingemusst, damit sie keine toxische Beziehung mit einem Stalker und mutmaßlichen Narzissten braucht. Aber nun wird halt ihr Kind die starken psychischen Probleme ihrer Eltern ausbaden müssen. Aus Opfern als Kind werden Täter als Erwachsene. Man kann Täter an anderen werden, indem man z.B. seine Freundin stalkt, schlägt, kontrolliert. Oder man wird Täter an sich selbst, indem man sich ritzt, sich miese Beziehungen antut, sich durch Suchterkrankungen kaputtmacht. Mit einem guten Elternhaus wärst du nicht vom Dach gesprungen/gestürzt. Dass es so gekommen ist, ist ein „Verdienst“ deiner Eltern und damit auch deines Vaters.

Nun ist der aber auch nicht einfach so geworden, wie er ist. Er ist Täter als Erwachsener an seinen Kindern, weil er Opfer war als Kind. Nochmal: Das soll überhaupt nicht nach Entschuldigung klingen. Mir selbst hat es extrem geholfen, mit meinem Vater Frieden zu finden, nachdem ich verstanden habe, warum er war, wie er war. Ich verzeihe ihm nicht, ich vergebe ihm nicht, ich verstehe es einfach.

Ich fang mal so weit in der Familiengeschichte an, wie es mir möglich ist. Deine Oma Gisela, also die Mum deines Vaters und von mir, ist als Kind von ihren Eltern mit recht vielen Ängsten erzogen worden. Sie durfte z.B. nicht Fahrrad fahren, weil da was hätte passieren können. Ihre Mutter (was deine Uroma Edith war) war gegenüber ihren beiden Töchtern eher streng, die Kinder hatten nichts zu sagen. Wer als Kind lernt, dass jemand den Ton angibt und eigene Entscheidungen nicht möglich sind, ist als Erwachsener meist auch unterwürfig. Solche Kinder können kein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln. Wenn du nichts darfst, weil alles gefährlich ist, dann lernst du nicht, was du gut kannst. Und wenn du scheinbar überhaupt nichts gut kannst, dann kann sich auch kein Selbstbewusstsein entwickeln. So wurde deine Oma Gisela zu einem Mauerblümchen.

Kommen wir zu deinem Opa Christian, also dem Vater von deinem Vater und mir. Seine Mutter hatte 12 Geschwister, war verheiratet, ihr Mann starb aber im 2. Weltkrieg. Ihr erstes Kind wurde 1933 geboren, Hannes, gezeugt von einem Nachbarn. Unser Vater Christian wurde 1943 auf dem Gierschdurffer Schissn gezeugt von einem Mann, der auf einem abgelegenen Bauernhof bei Leipzig wohnte. (Das hab ich vor vier Jahren erfahren, als ich mir einen Auszug aus Vaters Geburtsregister holte. Bis dahin wusste ich nicht mal den Namen meines Opas väterlicherseits.) Der Mann war eigentlich Steinmetz, hat auf dem Schissn wohl als Schausteller gearbeitet und es war wohl so was wie ein One Night Stand. Diesen Mann hat dein Opa Christian nie gesehen. Also der Vater von unserem Vater tauchte nie wieder in seinem Leben auf. Die Mutter deines Opas war laut meiner Mum nicht besonders herzlich zu ihren beiden Söhnen. Sie musste viel arbeiten gehen als Alleinerziehende und so wuchs dein Opa Christian weitgehend ohne Eltern auf. Sein 11 Jahre älterer Bruder Hannes hat sich wohl hauptsächlich um ihn gekümmert. Allerdings hatte der Bruder mit 20 sein zweites Kind, wird sich also spätestens ab da nicht mehr viel um Christian gekümmert haben. Der war da 9. Wenn du unter lieblosen Eltern aufwächst – oder ein Elternteil ist gar nicht da – und mit 9 musst du praktisch erwachsen sein, dann sind psychische Schieflagen praktisch unausweichlich.

Laut meiner Mum wurde Vater in der Schule gemobbt, weil er ein Bastard war, also ein Kind, das von einem Fremden gezeugt wurde. Das hab ich auch erst 2019 erfahren, als Vater einen Schlaganfall hatte und ich ihn nach 22 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen hatte. Vater konnte nach dem Schlaganfall nicht mehr verständlich sprechen, so dass ich ihn nicht so richtig fragen konnte, wie das in der Schule war. Er deutete aber mit einer Faustbewegung an, wie er auf das Mobbing reagiert hat. Und er machte diese Geste mit reichlich Stolz, nach dem Motto: „Denen hab ichs gezeigt!“

Unser Vater/dein Opa war also auch wieder ein Opfer als Kind. Solltest du zum Psychologen gehen, wird es darum gehen, dass die Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder erfüllen müssen, gerade in den ersten drei Jahren, aber natürlich auch noch danach. Werden diese Bedürfnisse nach Zuneigung, Anerkennung, Liebe nicht erfüllt, dann geht es mehr oder weniger schief. Dein Vater war nicht mehr anwesend, konnte also keine deiner Bedürfnisse erfüllen und deine Mum sehe ich auch nicht gerade als „Mutter des Jahres“ an. Es wäre also ein Wunder, wenn du schadlos aus deiner Kindheit rausgekommen wärst.

Also: Unser Vater/dein Opa war als Kind Opfer. Er hat gelernt, allein klarkommen zu müssen und er hat gelernt: „Lass die Fäuste sprechen, wenn du dich durchsetzen musst!“ Eigentlich ist das ja gut, wenn man sich als Kind nicht in die Ecke verkriechen muss, wenn andere auf einem rumtrampeln. Dummerweise legen wir solche Verhaltensmuster aus der Kindheit nicht ab, wenn wir erwachsen werden. Er hat gelernt: „Bloß keine Schwäche zeigen, sonst trampeln die anderen auf mir rum. Bloß keine Tränen, immer richtig hart auftreten.“

Deine Oma Gisela und Opa Christian lernten sich Mitte der 1960er Jahre kennen. Oma war wohl um die 18 Jahre alt, Opa um 21. Oma war ein absolutes Mauerblümchen. Sie hatte durch ihre strenge Mutter nicht gelernt, sich auch mal durchzusetzen und so war sie leicht zu lenken. Dein Opa war dagegen durch seine Kindheit zu einem Menschen geworden, der ansagte, wo es langgeht und da gab es wenig Verhandlungsspielraum. Bei Julia und Paul wiederholt sich aus meiner Sicht alles, selbst auf Fotos ist das Prinzip zu erkennen: Der Mann guckt in die Kamera und das Mauerblümchen küsst ihn und himmelt ihn an: „Endlich ist da jemand, der mir Aufmerksamkeit schenkt!“ Deshalb kann ich diese On-Off-Beziehung nicht ertragen und mir tut das Kind unendlich leid.

Nicht Julia und Paul, sondern die Eltern deines Vaters.
Nicht Julia und Paul, sondern die Eltern deines Vaters.

Also: dominanter Mann (Christian) trifft auf Mauerblümchen (Gisela). 1967 wurde dann dein Vater geboren. Deine Oma Gisela ging danach recht bald wieder arbeiten, das war damals wohl so üblich. Dein Vater wurde in der Zeit, wo Oma auf Arbeit war, von Omas Eltern (Edith und Gerhard) betreut. Deine Uroma Edith hatte einen jüngeren Bruder, der mit 16 kurz vor Kriegsende als Hitlers Kanonenfutter verheizt worden war. So ein Verlust richtet meist auch wieder ziemlichen Schaden in einem Menschen an. Ich vermute, dass dieser Verlust vor allem bei deiner Uroma Edith etwas Traumatisches angerichtet hat und dass das der Grund war, dass sie deinen Vater als Sohn/Bruder ansah, den sie nie hatte bzw. verloren hatte. Edith und Gerhard verhätschelten deinen Vater als Kind enorm. Wenn deine Oma ihr Kind/deinen Vater nach der Arbeit abholen wollte und Michael wollte noch nicht mit nach Hause, dann hatte deine Oma zu warten, bis dein Vater bereit war. Edith und Gerhard sagten nicht „So, jetzt gehst du heim, kommst ja morgen wieder.“ Nein, wenn Michael erst zwei Stunden später bereit war, heimzugehen, dann musste deine Oma halt zwei Stunden warten.

Dein Vater durfte alles bei seinen Großeltern – und zu Hause wartete ein Vater, der immer sagte, wo es lang geht. Die Großeltern deines Vaters überschütteten Michael mit Unmengen Zuneigung – sein Vater zeigte deinem Vater und mir nie Zuneigung, Anerkennung usw. Wenn wird was falsch gemacht hatten, gab es eine Kopfnuss. Wenn wir was richtig gemacht hatten, gabs gar nichts. Was lernt man da als Kind? „Du machst nichts richtig. Also kannst du rein gar nichts.“ Es gab keine Umarmungen oder so, überhaupt keine körperliche Nähe – aber auch ansonsten keine. Den einzigen Körperkontakt gab es, wenn wir ihm die Hand schütteln mussten beim „Guten Morgen“ oder „Gute Nacht.“ Meiner Psychologin hab ich es so erklärt: „Da wohnte halt ein Mann in unserer Wohnung, der brachte das Geld nach Hause und auf der Geburtsurkunde stand, dass das mein Vater ist. Aber ich habe da Null Verbindung mit ihm gemerkt.“ Die Psychologin sackte in ihrem Stuhl zusammen, als ich ihr das so beschrieb und sagte, dass das ja noch schlimmer ist als bei Menschen, wo der Vater sich „einfach nur“ rar gemacht hat in der Kindheit.

Dein Vater wuchs als Kind also zwischen zwei Polen auf, die nicht hätten unterschiedlicher sein können: Zuneigung im (ungesunden) Übermaß und Freiheit auf der einen Seite; völlig liebloses „Du hast zu machen, was ICH sage!“ auf der anderen Seite.

6 Jahre nach der Geburt deines Vater wurde ich geboren. Mum blieb dieses Mal 3 Jahre zu Hause, weil sie nicht den gleichen Fehler wie bei deinem Vater machen wollte, den sie als von ihren Eltern völlig verzogen ansah. Laut Fotos gab es zwischen deinem Vater und mir am Anfang noch ein gutes Verhältnis unter Geschwistern. Als er in die Pubertät kam, war davon aber aus meiner Sicht nichts mehr da. Wir hatten nur ein Kinderzimmer, er zerschoss dort meine Poster von der Gruppe Karat (er war Pudhys-Fan).

Er war damals großer Dynamo-Dresden-Fan und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war er da wohl auch in der Hooligan-Szene aktiv,bin mir da aber nicht sicher. Wenn es so war, dann würde ein Psychologe vermutlich sagen, dass er dort die Wut rauslassen konnte, die er gegenüber seinem Vater nicht direkt abladen konnte. Das Thema Wut gegenüber dem Vater und ungesunde Wege, diese Wut rauszulassen, dürfte dich und deinen Vater ziemlich verbinden, darüber könntet ihr wohl eigentlich sprechen.

Freitags und samstags ging Michael im Teenager-Alter in die Disko und kam mehr oder weniger stark besoffen heim. Manchmal wollte er dann in unsere Schränke pinkeln, da musste ich ihn dann bissel aus seinem Delirium aufwachen. Unser Vater arbeitete im Drei-Schicht-System und nutzte dann auch die Freitag- und Samstagabende fürs Saufen. Er ging nicht eher ins Bett, bis er sein Körbchen leer hatte, wo 10 kleine Bierflaschen reinpassten. Ich lag in diesen Nächten immer solange wach, bis Michael heim kam und im Bett lag. Das lag nicht zuletzt an meiner Angst, dass es zwischen Vater und Michael zu Handgreiflichkeiten kommt. Die gab es an diesen Abenden immer mal wieder, wohl auch mal tagsüber. (Einmal lötete Michael was, es gab Streit und dabei verbrannte er sich am Lötkolben.) Vater wollte an diesen Freitag-/Samstagabenden mit Michael diskutieren – gute Idee, wenn zwei Leute arg besoffen sind. Aber du kennst das ja selbst, wie diskutierfreudig man unter Alkohol plötzlich wird. Ich hoffte in diesen Nächten immer, dass unser Vater ins Bett geht, bevor Michael nach Hause kommt, damit es eben keinen Stunk gibt.

Zu diskutieren gab es einiges. Durch die völlig schräge Kindheit deines Vaters entwickelte er sich natürlich auch wieder schräg. Das bekamen vor allem Lehrerinnen zu spüren, die dein Vater beleidigte. Eine brachte er so sehr auf die Palme, dass sie deinem Vater eine scheuerte. Danach sollte dein Vater von der Schule fliegen und nach Oppach gehen. Meine Mum wollte das aber um jeden Preis verhindern, damit unser Vater nichts davon mitbekommt, weil das eben wieder mächtig Stunk bedeutet hätte. Sie sprach da heimlich mit dem Direktor und bat ihn auf Knien, dass Michael an der Schule bleiben kann. Aber das mit dem Verheimlichen funktionierte am Ende selten und dann knallte es eben.

Nach der 10. Klasse fing dein Vater eine Lehre an – und der nächste Ärger kam umgehend. In der Woche lebte er in einem Wohnheim, wo es klare Regeln gab, z.B. nicht auf dem Zimmer rauchen und 22 Uhr ist Nachtruhe. Dein Vater hielt sich nicht daran, spielte Karten mit anderen auch nach 22 Uhr, rauchte im Zimmer, bekam Verweise, juckte ihn alles nicht. Stattdessen legte er sich wieder mit einer Lehrerin an, beleidigte sie massiv. Dem Wohnheim reichte es, es bestellte unsere Eltern ein, das war im August 1984. Unsere Mum hatte natürlich wieder Angst, dass es zu Hause eskaliert, sie wollte auch das wieder irgendwie geheimhalten. Vater bekam es aber raus. Michael war übers Wochenende zu Hause, wir hatten immer noch ein gemeinsames Kinderzimmer, er war mittlerweile 17, ich 11. Er kam wieder besoffen aus der Disko, Vater war wieder besoffen und noch wach. Als Michael heim kam, wollte Vater mit ihm über das Theater im Wohnheim diskutieren.

Ergebnis war, dass sich die beiden wieder angingen, es handgreiflich wurde. Meine Mum versuchte, da irgendwie eingreifen zu können, aber gegen zwei besoffene Alphamännchen hat man wenig Chancen. Mein Vater versuchte dann, ihr einen leeren Wischeimer über den Kopf zu stülpeln – keine Ahnung, was das sollte. Mum schnappte mich dann an der Hand und wir gingen im Dunkeln aus dem Haus auf die Straße. Sie überlegte, ob wir in den Garten flüchten sollen, aber dort wäre keine geschlossene Laube gewesen. Unser Vater kam dann auch raus, wir bekamen beide eine gescheuert und er holte uns schnell rein, weil niemand was mitbekommen sollte. Nach außen tat er immer ganz anständig, höflich, als könne er keiner Fliege was tun. Mum/Deine Oma kann sich auch heute noch an diese Nacht erinnern und sie hat eigentlich immer noch ein schlechtes Gewissen, dass sie deinen Vater da mit unserem Vater allein in der Wohnung gelassen hatte. Aber sie hätte Michael da niemals mit rausbekommen, der war ja selbst auf Krawall gebürstet in seinem Suff.

Paar Tage später sind wir in den Urlaub gefahren, aber nur Mum, Michael und ich. Sie wollte Abstand von unserem Vater und entschied sich dann auch zur Scheidung. Das Mauerblümchen-Dasein hatte sie endlich zu einem großen Stück hinter sich gelassen – aber letztlich viel zu spät. Die Scheidung kam dann allerdings erst 1988. Unser Vater machte in der Zwischenzeit Mum ein Angebot: Er würde die Beziehung fortsetzen, wenn Michael keine Rolle mehr im Familienleben spielt. Für unseren Vater galt Michael als das große, rote Tuch, als der Schuldige an allem – und nicht als das eigene Kind.

Dein Vater hat, wie du siehst, viel abbekommen und mächtig rebelliert, was sicher miteinander zusammenhängt. Ich hab dagegen alles in mich reingefressen und war still. Meine Psychologin fasste es so zusammen: Ich hatte keine Chance gegen den übermächtigen Vater, also hab ich mich nicht gewehrt. Wäre dein Vater von seinen Großeltern Edith und Gerhard nicht so verhätschelt worden, dann wäre vielleicht dein Vater auch so still geworden wie ich. Am Ende kann man nur vermuten, was welches Gleis im Leben gelegt hat.

Meinen Frust über meinen Vater hab ich erst in einem Brief rausgelassen, als ich paar Jahre nicht mehr mit ihm zusammenleben musste. Den Brief an ihn fand ich 2019 wieder, mein Vater hatte ihn sich laminiert – keine Ahnung, warum. Er hatte sich beschwert, dass ich keinen Kontakt zu ihm habe und er glaubte, dass Mum und ihr neuer Freund (Gert) Schuld sind. Das war mein Brief an ihn:

„Natürlich sind es die anderen, die mich nicht zu dir lassen. Ich habe ja absolut keine Gründe, daß ich nicht sonderlich gut zu dir stehe. Zu einem Menschen, der nie andere Meinungen zuließ, eigene Fehler nicht einsehen konnte (die beiden Eigenschaften hat Michael von dir geerbt), dessen Erziehungsmethoden in Kopfnüssen bestand, dessen Alkoholgenuß und vor allem die darauffolgenden Reaktionen Angst machten, dessen Verhalten dann gegenüber seiner Frau noch mieser wurde – auch sie mußte immer schön ruhig sein, ansonsten gab es einen Wassereimer über den Kopf oder ein Latsch flog durch die Stube – da kann man keine abneigende Haltung entwickeln.

Vielleicht solltest du über deinen Anteil an der Scheidung nachdenken und nicht alles auf Michael schieben. Erinnere dich an einige Szenen aus diesem „Familienleben“. Wann wolltest du Aussprachen führen – und hast wahrscheinlich nur da gekonnt? Es war doch meist, wenn du ordentlich getrunken hattest. Dass in diesem Zustand keiner ein Gespräch führen will, wolltest du nicht einsehen. Und dann kam es zu diesen Szenen: Lötkolbenverbrennungen, Wassereimer, Latschen, deine Blicke, bei denen man jede Sekunde auf das Schlimmste gefasst sein musste, die Ohrfeigen, die deine Ex-Frau und ich bekamen, als wir es nicht mehr aushielten und nachts in den Garten flüchten wollten. Und was gab es noch an „Familienleben“? Der Garten und Schweigen. Es ist einfach, Kinder in die Welt zu setzen, aber schwer, für sie und ihr weiteres Leben verantwortlich zu sein, sie zu erziehen. Einfach ist es, sich bei Schwierigkeiten aus dem Staub zu machen und anderen die Verantwortung zu überlassen. Was soll ich denn bei dir? Wir würden kaum was unternehmen und große Gespräche gab es auch kaum. Was ist jetzt anders als damals?! Was soll ich bei jemandem, der im Brief an das Scheidungsgericht nicht mal MEIN Sohn schreibt?!“

Unser Vater hatte auch ein Testament verfasst, schon 1995, da war er gerade mal 51 Jahre alt. In dem Testament schrieb er, dass seine Kinder, also dein Vater und ich, erst 4 Wochen nach der Beisetzung von seinem Tod erfahren sollen. Keine Ahnung, warum er glaubte, dass er uns damit bestrafen könnte. Wir sollten auch nur das Minimum erben, also den Pflichtanteil. Von einem Nachbarn und meiner Großtante hörte ich, dass Vater so wenig Geld wie nötig auf seinem Konto haben wollte, damit wir so wenig wie möglich erben können. DAS war ihm wichtig. Ein Mann, der seine Kinder kaputtgemacht hat, stellte sich als das große Opfer seiner Kinder hin. WIR waren schuld, weil wir uns ja nicht mehr bei ihm gemeldet haben. Das nahm er uns übel. Naja, und was sagte dein Vater irgendwann mal in Bezug auf dich und seine anderen Kinder? „Die können sich ja melden, wenn was ist.“ Also dein Vater erwartet von dir, Julia und Benny, dass ihr euch bei IHM meldet, so wie sein Vater es von uns erwartet hat, obwohl ER sich eigentlich dafür entschuldigen müsste, dass er euch links liegengelassen hat – verrückt, oder?

Der Plan unseres Vaters mit der Nachricht erst vier Wochen nach seinem Tod ging nicht auf. 2019 hatte er den Schlaganfall und weil er selbst nicht mehr für sich sorgen konnte, mussten die nächsten Verwandten ran – also seine Kinder. So sah ich ihn unfreiwillig nach 22 Jahren zum ersten Mal wieder – ein sehr seltsames Gefühl. Dein Vater hielt sich komplett raus, ich durfte alles erledigen: Pflegeheim suchen, seine Finanzen übernehmen, Wohnung aufräumen und später ausräumen, Auto verkaufen usw. Sehr viel Arbeit.

2021 hatte unser Vater dann einen Herzinfarkt, lag danach auf der Intensivstation in Ebersbach. Er lag dort 12 Tage, mehr tot als lebendig. Ich hab keine Ahnung, was er da noch mitbekommen hat, ob er mich erkannte. Teils war er unruhig, wollte sich drehen, was aber wegen der ganzen Schläuche nicht ging. Er wurde teils künstlich beatmet, der Schluckreflex funktionierte nicht mehr richtig, so dass er die Spucke nicht runterschlucken konnte. Das klang teils, als würde er ertrinken. Es war ein langsames Sterben und falls er was mitbekommen hat, dann war es sicher kein angenehmer Weg in den Tod.

Ich hab ihn in diesen 12 Tagen 5 Mal besucht, war wegen Corona nicht einfach. Dabei hab ich immer mal wieder Vaters Hand festgehalten, machte davon auch ein Foto – für mich ein Bild mit viel Symbolkraft. In Kindertagen hielt er meine Hand nur dann, wenn ich mich abends per Handschlag ins Bett verabschieden musste. Ansonsten bestand der Körperkontakt eben nur aus den Kopfnüssen, wenn wir etwas falsch gemacht hatten. Von ihm konnte ich ganz sicher nicht lernen, wie man anständig mit einem anderen Menschen umgeht. Dass ich trotzdem seine Hand halten konnte, war für mich ein sehr gutes Gefühl, nach dem Motto: „Was du nie konntest, kann ICH!“


Eine Freundin fragte mich zu dieser Zeit, ob ich angesichts dieses scheinbar langsamen und für Vater offenbar anstrengenden Sterbens Gefühle von „Das hat er sich verdient“ hätte. Eigentlich hätte ich nach all dem, was in meiner Kindheit passiert war, einen innerlichen Triumphmarsch haben können, ihn da so leiden zu sehen. Aber ich freute mich nicht darüber. Er wirkte schon nicht zu Lebzeiten, als könne er Fehler eingestehen oder als hätte er überhaupt darüber nachgedacht, irgendetwas falsch gemacht zu haben. Im Zustand nach dem Herzinfarkt auf dem Sterbebett war es für mich noch unrealistischer, dass er denken hätte können: „Ach, hätte ich mich doch gegenüber meiner Frau und meinen Kindern anständig verhalten, jetzt trifft mich das miese Karma.“ Ich hätte auch seinen beiden Zimmerkollegen die Hand gehalten, die ich in den 12 Tagen wie Leichen im Bett liegen sah und die für mich völlig Fremde waren. Einem scheinbar Sterbenden mit dem Halten der Hand vielleicht ein Gefühl von „Du bist auf deinem letzten Weg nicht allein“ zu geben, kam mir selbstverständlich vor.

Mit dem Mann da im ITS-Bett, dem einstigen Tyrannen, der nun hilflos wie ein Baby im Bett lag, verband mich außer der Zeugung gefühlt so wenig wie mit den beiden anderen in seinem Zimmer. Ich stand nicht an seinem Sterbebett mit Bildern von lustigen Urlaubserlebnissen vor Augen, die mir im Angesicht des Abschiedes Tränen über die Wangen hätten laufen lassen können. Nicht ein einziger herzlicher Vater-Sohn-Moment war in meinem Gedächtnis zu finden, überhaupt nichts, was uns in positiver Weise verband. Uns – Vater und Sohn. Dein Vater wird da auch nichts in Erinnerung haben und Dir wird es eines Tages wohl nicht viel anders gehen.

Dein Vater hat sich wie gesagt komplett rausgehalten nach dem Schlaganfall 2019 unseres Vaters und nach dem Herzinfarkt 2021 genauso. Michael wollte mit seinem Vater nicht mehr das Geringste zu tun haben, kam auch nicht zur Beisetzung. Ich konnte das problemlos verstehen. Allerdings weiß ich nicht, ob dein Vater sich mal Gedanken gemacht hat, ob seine eigenen Kinder irgendwann an seinem Grab stehen werden. Ich weiß auch nicht, ob er es nachvollziehen könnte, wenn keiner von euch käme. Als Kind hab ich deinen Vater/meinen Bruder als wenig fehlereinsichtig erlebt. Das hatte ich so nicht in Erinnerung, das wurde mir erst durch den wiedergefundenen Brief klar. Unser Vater hat sich nie geändert. Er war 2019 der selbe Sturkopf, der keinen Fehler macht wie zu der Zeit, als wir zusammen wohnten. Er hatte sich nie weiterentwickelt, er hat nie im Entferntesten begriffen, was er seinen Kindern angetan hat. Er wurde nicht weise mit dem Alter, hat nicht dazugelernt, wurde nicht einsichtig. Nein.

Und das kannst du bei so ziemlich jedem Menschen sehen: Wir sind auch noch mit 70 das Ergebnis unserer Kindheit – zumindest, wenn es dazwischen keinerlei Therapieversuch gab. Weder mein Vater noch dein Vater würden sich für therapiebedürftig halten (bzw. gehalten haben). Dein Vater wird sich sehr wahrscheinlich überhaupt nicht über seine eigene Geschichte bewusst sein. Er wird nicht drüber nachdenken, warum er ist, wie er ist, was das mit seinem Vater zu tun hat und was er seinen eigenen Kinder durch die jahrelange Ignoranz angetan hat. Dabei könnte er bestens aus seiner eigenen Geschichte lernen: Wenn du als Kind ohne die ehrliche Zuneigung BEIDER Elternteile aufwächst, dann macht dich das auf irgendeine Weise zu einem problematischen Erwachsenen. Wenn dein Vater dich ignoriert, nichts mit dir unternimmt, dich nicht lobt für Sachen, die du gut machst, wie sollst du dann lernen, dass du Stärken hast? Aber wenn jemand glaubt, er macht keinen Fehler, dann sieht er auch keine Probleme bei sich selbst.

Wenn sich ein Mensch nie über all diese Zusammenhänge, die am Ende eigentlich ganz einfach sind, einen Kopp macht, dann wird er nie auf die Idee kommen, zu sagen: „Scheiße, jetzt verstehe ich, was ich angerichtet habe bei dir.“ Unser Vater (also von Michael und mir) hat als Kind nie gelernt, wie sich Zuneigung anfühlt und auch nicht, wie man sie zeigt. Was man nicht lernt, kann man auch schlecht jemand anderem beibringen. Unser Vater konnte seinen Kindern nie Zuneigung zeigen. Dazu kam seine despotische Persönlichkeitsstörung. Dein Vater wuchs auf zwischen übermäßiger Liebe seiner Großeltern und jeglicher Verweigerung von Zuneigung seines Vaters. Es hat ihn hart und kalt gemacht und damit war auch er als Vater eigentlich völlig ungeeignet.

Du, Julia und Benny, ihr könntet die schönsten, klügsten, reichsten Menschen der Welt sein, ihr könnten Millionen Follower haben, Mittel gegen Krebs erfinden, den Weltfrieden herstellen – es würde nichts daran ändern, dass euer Vater euch weitgehend links liegen lässt. Dass er euch so ignoriert hat gerade in der Zeit, in der man zwei psychisch gesunde Elternteile braucht, hat nichts mit eurem Charakter, eurem Wesen oder sonstwas zu tun, sondern mit seinem eigenen Wesen, was wiederum ein Ergebnis seiner Kindheit ist, was wiederum ein Ergebnis der Kindheit unseres Vaters und unserer Mum ist und deren Vorfahren. In 13, 14, 15 Jahren wird Julias Kind düstere Blogs im Internet schreiben, so wie es Julia selbst gemacht hat. Ihr Kind wird nicht verstehen können, warum ihr Vater so kalt ist, ihr keine Zuneigung schenkt. Sie wird sich fragen, was mit ihr falsch ist, was sie falsch gemacht hat, so dass ihr Vater sie ignoriert.

Diese beschissene Familientradition aus toxischen Beziehungen, die kaputte Kinder produzieren, setzt sich immer wieder fort. Ab und zu muss einer dann zum Psychologen, weil das Ende der Fahnenstange erreicht ist, aber dann ist das nächste Kind meist schon da und diese Tradition bleibt. Ich hatte großes Mitleid mit Julia, als sie Opfer meines Bruders war (wobei Bettina da auch ihren Anteil hat). Jetzt ist sie für mich zur nächsten Täterin geworden. Benny hat auch ein Kind in die Welt gesetzt, auch das wird nicht psychisch gesund aufwachsen können. Ich weiß nicht, ob du eigene Kinder-Pläne hast. Falls ja – ehrlich gesagt hoffe ich, dass du da keinen Wunsch hast, dann geh bitte auf jeden Fall erstmal durch eine Therapie. Dort hätte mein Vater hingemusst, dein Vater sollte als Teenager auch zum Psychologen, wollte er aber natürlich nicht. Zu glauben, man werde es schon besser machen als die anderen, so wie es Julia denkt, ist ein Irrglaube.

Wenn du keine eigenen Kinder willst, aber du merkst, dass du mit dem Kapitel „Ich suche nach der Anerkennung meines Vaters“ nicht abschließen kannst (wäre kein Wunder), dann lass dich ruhig auf die Reise namens Psychotherapie ein. Ich war bei Anika Scheube in Löbau, ist in der Nähe von Lidl, ist Tiefenpsychologin und das ist für so was besser als eine Verhaltenspsychologin. Es ist erstaunlich, was man bei solchen Gesprächen über sich selbst erfahren kann. Meine Psychologin in Görlitz sagte z.B., dass ich versuche, Frauen zu retten, weil ich als Kind eine Frau – meine Mum – erlebt habe, die hilf- und machtlos gegenüber einem Mann – meinem Vater – war. Dabei hätte Mum eigentlich MIR helfen müssen. Was mir schon vorher klar war: Ich mag keine betrunkenen Menschen, weil ich zwei betrunkene Menschen in meiner Kindheit erlebt habe, die mir Angst machten. Es hat eben alles einen Grund und den findet man immer in der Kindheit.

Am Ende wäre das Ziel, was du erreichen solltest: Frieden mit deinem Vater finden. Dazu gibts eigentlich nur zwei Wege: Er zeigt dir doch noch Anerkennung, sieht den Fehler ein, dich so ignoriert zu haben. Oder du kapitulierst bedingungslos vor diesem – absolut nachvollziehbarem – Wunsch, weil du einsiehst, dass dein Vater das durch seine Vorgeschichte gar nicht leisten kann. Von meinem Vater habe ich nie auch nur annährend in Erinnerung, dass er stolz auf mich war. Das erste Mal, dass ein Mann mir sagte: “Ich bin stolz auf dich”, war vor ca. 2 Jahren. Das war ein Gartennachbar, der mich eigentlich kaum kennt, der nur erlebt hat, wie ich so ticke und wie ich mit meiner Mum umgehe. Mein Vater, der mich eigentlich viel besser kannte, hätte das nie über die Lippen bringen können. Vielleicht aus Berechnung, damit ich mich weiter um ihn kümmere, aber niemals ehrlichen Herzens.

Ich sag mir das selbst immer so: „Ich verstehe, warum mein Vater so war, wie er war. Verstehen ist aber nicht das Gleiche wie Verständnis haben. Verständnis haben bedeutet für mich, etwas zu entschuldigen. Ich entschuldige aber nichts, was mein Vater gemacht hat, ich vergebe ihm auch nicht, weil ich nicht in diesen Kategorien denke. Ich verstehe einfach nur diesen Dominoeffekt, der von Generation zu Generation weitergeschleppt wird.“

Ich hab auf der Website noch einige Artikel über dieses Eltern-Kinder-Thema, kannst ja mal gucken. Mir hat das geholfen beim Akzeptieren, weil ich gesehen habe, dass es eigentlich überall gleich läuft. Und wenn es überall gleich läuft, wäre es doof, zu erwarten, dass die eigenen Eltern(teile) anders ticken. Aber in der Klinik saßen auch Menschen Ü60 da und ihnen liefen die Tränen, wenn sie über die fehlende Anerkennung durch Vater und/oder Mutter sprachen. Du bist da mit diesem Wunsch in einem sehr großen Club mittendrin und dieser Wunsch kann selten einfach mal so abgeschüttelt werden. Wenn du willst, können wir auch mal über all das direkt reden. Jetzt hast du es erstmal schriftlich, kannst es dir jederzeit nochmal durchlesen. Wenn du mal in Therapie gehen solltest, kannst du anhand des Textes hier auch was über deine Vorfahren erzählen, das ist wichtig, weil sich Traumata vererben können. Ich weiß nicht, wer in unserer Familie KEIN Bindungs- bzw. Entwicklungstrauma aus der Kindheit hat, vermutlich niemand und die nächste Generation wird auch nicht drumherum kommen.

Vielleicht schreibst du deinem Vater auch mal einen Brief wie ich meinem damals. Du musst ihn ja nicht zwangsläufig abschicken. In Görlitz empfahl eine Psychologin einer Patientin, einen Brief an ihre Oma zu schreiben, die aber schon 16 Jahre tot ist. Es geht da ums Sortieren der Gedanken und das Rauslassen von Gefühlen (abseits von Suff-Momenten). Und klar kannst du auch das direkte Gespräch mit Michael suchen. Aber erwarte dir davon nicht viel, am Ende würde dir da wohl nur eine weitere Narbe bleiben. Ich hätte da Angst, dass deine berechtigte Wut so richtig überkocht, Michael sich unschuldig fühlt und es auf irgendeine Weise eskaliert. So ein Gespräch würde ich eigentlich nur unter den Augen einer Psychologin empfehlen. Ob Michael da mitmachen würde, wage ich zu bezweifeln. Ja, das klingt alles ernüchternd und mir wäre es auch lieber, ich könnte dir da andere Hoffnungen machen. Aber wie gesagt: Menschen ändern sich nur in sehr seltenen Fällen. Deshalb wäre es so wichtig, dass Kinder ihr Elternhaus mit gesundem Selbstbewusstsein verlassen können, indem beide Elternteile ihrem Kind Zuneigung, Anerkennung, Aufmerksamkeit im gesunden Maße schenken.

Noch viel mehr Lesestoff zum Buch “Verrückt – ein Aufschrei” findest Du hier:

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